Tiermedizin Lexikon zur Erläuterung von Fachbegriffen
Erreger: Bakterien (A. phagocytophilum und A. platys), bei Katze nur Anaplasma phagocytophilum
Überträger: Gemeiner Holzbock.
befallene Zellen/ Vermehrungsort: Es handelt sich um ein intrazelluläres Bakterium. Das bedeutet, es lebt und vermehrt sich im Inneren einer bestimmten Population von Abwehrzellen (neutrophile und eosinophile Granulozyten). Sie zählen zu einer Untergruppe weißer Blutkörperchen, die an der Immunantwort teilnehmen. Später zirkulieren die befallenen Zellen im Blut und erreichen Milz, Leber und Knochenmark.
Zeit von Beginn der Saugakt bis Übertragung: ca. 24–48 Stunden
Inkubationszeit: etwa 1-2 Wochen. Das heißt, die ersten Symptome kannst du bei deiner Katze frühestens nach einer Woche beobachten
Symptome: z.B. Abgeschlagenheit, Fieber, Abmagerung (Anorexie), geschwollenen Lymphknoten oder blasse Schleimhäute
Behandlung: symptomatisch und mit Antibiotika.
Achtung: Zoonoseerreger!
Wenn eine infizierte Zecke dich sticht, ist der Erreger auch auf dich übertragbar. Deine Katze kann dich aber nicht direkt anstecken, auch wenn sie selbst erkrankt ist.
Wird die Zecke in einem ihrer Entwicklungsstadien infiziert, z.B. als Larve, so überträgt sich die Bakterie bis in die adulten Zecken weiter. Das heißt, auch die „Ministadien“, die oft unentdeckt bleiben, sind für dich und deine Katze ansteckend. Einziger Vorteil hier: es findet keine transovarielle Übertragung in der Zecke statt, sprich die Eier werden nicht von dem Erreger belastet und damit kann das infizierte Weibchen durch seinen Nachwuchs die Krankheit nicht verbreiten.
Erreger: Blutparasiten aus Babesia sp., bei der Katze handelt es sich meistens um eine Mischinfektion mit anderen Erregern, wie Retroviren und Mykoplasmen.
Überträger: mehreren Arten der Schildzecke
befallene Zellen: rote Blutkörperchen
Zeit von Beginn der Saugakt bis Übertragung: ca. 24 Stunden
Symptome: Katzenerkrankungen sind bekannt, v.a. mit Symptomen wie Lethargie, Gewichtsabnahme, allgemeine Schwäche und Durchfall
Behandlung: Antiprotozoika oder Antibiotika, jedoch gibt es keine garantierte Eliminierung.
Erreger: Bakterium - 11 bekannte Spezies/Genotypen des Borrelia-burgdorferi-Komplexes (= sensu lato)
Überträger: v.a. der gemeine Holzbock
Zeit von Beginn Saugakt bis Übertragung: 16–24 Stunden
Inkubationszeit: Oft vergehen bis vier Wochen, bis sich Symptome zeigen
Symptome: bei Katzen wurde die Infektion sehr selten nachgewiesen, Symptome sind jedoch kaum beschrieben, selten Fieber und Apathie, Gelenkbeschwerden
Behandlung: antibiotisch, jedoch kann die Infektion chronisch bleiben
Katzen und Hunde gelten nicht als Reservoir für in Deutschland für den Menschen gefährliche Borreliose, jedoch können die Tiere infizierte Zecken mitbringen.
Die Cytauxzoonose ist eine seltene, durch Zecken übertragene und meist schwer verlaufende Infektionskrankheit bei Katzen, die unbehandelt häufig tödlich endet.
Erreger: Bakterien, bei der Katze E.canis oder mit ihm verwandte Spezies
Überträger: braune Hundezecke
befallene Zellen/ Vermehrungsort: Immunzellen, wie Monozyten, Lymphozyten sowie Thrombozyten und verbreiten sich später in Milz, Leber und Lymphknoten
Inkubationszeit: 8–20 Tage
Symptome: u.A. Fieber, Apathie, Blutungsneigung, Lymphknotenschwellung
Behandlung: symptomatisch, also Linderung der Symptome und mit Antibiotika.
Erreger: Protozoen (einzellige Parasiten), Hepatozoon felis, Hepatozoon canis, Hepatozoon silvestris.
Überträger: Hund- durch Verschlucken oder Zerbeißen der Braunen Hundezecke, bei Katzen ist dies noch nicht komplett erforscht
Symptome: subklinisch, also mild oder akut, mit schwerem Krankheitsbild. Vor allem Fieber, Gewichtsabnahme, Apathie, Bauchschmerzen
Behandlung: nur bei Symptomatik mit Antiprotozoika, jedoch keine sichere Eliminierung
keine Zoonose, die Name leitet sich vom Erreger „Hepatozoon“