Mein Hund stirbt: Wann sollte ich ihn erlösen?
Wenn ein Hund stirbt, stehen viele Hundehalter:innen vor einer der schwersten Entscheidungen: Wann ist es Zeit, ihn zu erlösen?
Der Wunsch, dass ein Hund einfach friedlich einschläft, ist verständlich – doch leider selten realistisch.
In den meisten Fällen müssen wir als Hundeeltern gemeinsam mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt entscheiden, wann Leiden größer ist als Lebensqualität. Dieser Artikel von felmo Tierärztin Dr. med vet Anne Hemmerling hilft dir, Anzeichen richtig einzuordnen und eine Entscheidung im Sinne deines Hundes zu treffen.
Kann ich einfach warten, bis mein Hund von alleine stirbt?
Kurz gesagt: Nein – zumindest nicht, wenn dein Hund leidet.
Einen Hund am Lebensende sich selbst zu überlassen, kann mit starken Schmerzen, Angst oder Atemnot verbunden sein. Werden zum Beispiel lebensnotwendige Medikamente (etwa bei einer Herzerkrankung) einfach abgesetzt, kann es zu:
nachlassender Herzleistung
Flüssigkeit in der Lunge
schwerer Atemnot über mehrere Tage
kommen. Ein solches Leiden ist vermeidbar.
👉 Unsere Verantwortung als Hundehalter:innen endet nicht am Lebensende.
Wenn sich das Ende deines Hundes durch hohes Alter, eine schwere Erkrankung oder beides abzeichnet, ist es wichtig, diese Situation tierärztlich begleiten zu lassen.
Unsere erfahrenen und einfühlsamen Tierärzte kommen vorbei und untersuchen deinen Liebling gründlich, um dann eine professionelle Meinung abzugeben. Buche ganz einfach jetzt einen Termin.
Warum Einschläfern ein Akt der Liebe sein kann
Wir dürfen unsere Hunde nicht unnötig leiden lassen – auch nicht am Ende ihres Lebens.
Kein Hund:
dauerhaft starke Schmerzen ertragen
in Angst oder Verwirrung verenden
In der Natur würde ein stark geschwächtes Tier nicht tagelang leiden. Als Hundeeltern haben wir heute die Möglichkeit, Leid zu beenden, wenn keine Aussicht auf Besserung besteht.
Wenn dein Hund bereit ist, „über die Regenbogenbrücke zu gehen“, ist es ein Zeichen von Verantwortung und Liebe, ihn dabei nicht allein zu lassen.
Wann sollte ich meinen Hund einschläfern lassen?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Jeder Hund, jede Erkrankung und jede Lebenssituation ist individuell.
Eine Einschläferung kommt in Betracht, wenn:
Schmerzen oder Leiden nicht mehr kontrollierbar sind
keine realistische Aussicht auf Heilung oder Besserung besteht
die Lebensqualität dauerhaft stark eingeschränkt ist
Du kennst deinen Hund am besten. Tierärzte handeln grundsätzlich im Sinne des Tieres und werden eine Einschläferung nur empfehlen, wenn sie medizinisch und ethisch sinnvoll ist.
Einschläferung zu Hause: Ein würdevoller Abschied
Viele Hundehalter entscheiden sich bewusst für eine Euthanasie im eigenen Zuhause. Das kann für alle Beteiligten entlastend sein:
keine stressige Fahrt
kein Wartezimmer
vertraute Umgebung
Der Hund kann ruhig einschlafen – mit seinen Bezugspersonen in der Nähe.
Checkliste: Anzeichen eines sterbenden Hundes
Zeigt dein Hund mehrere der folgenden Symptome, kann das auf eine letzte Lebensphase hindeuten. Diese Anzeichen bedeuten nicht automatisch, dass dein Hund stirbt, sollten aber immer tierärztlich abgeklärt werden.
Typische Anzeichen eines sterbenden Hundes
stark apathisches oder lethargisches Verhalten
eingefallenes Gesicht oder starkes Untergewicht
Verweigerung von Futter und Wasser
kaum oder keine Mobilität
Schmerzen beim Liegen oder Ruhen
ängstliches, verwirrtes Verhalten
Wenn du deinen Hund gut kennst, wirst du diese Veränderungen deutlich wahrnehmen. Die Verhaltensänderungen in der letzten Lebensphase unterscheiden sich klar von normaler Altersmüdigkeit.
Was tun, wenn mein Hund gestorben ist?
Wenn dein Hund zu Hause verstirbt
Auch wenn dein Hund friedlich eingeschlafen ist, solltest du:
deine Tierärztin oder deinen Tierarzt informieren
einen Totenschein ausstellen lassen (z. B. für die Abmeldung der Hundesteuer)
Bestattung und Einäscherung: Welche Möglichkeiten gibt es?
Der Tod eines Hundes ist ein tiefer Einschnitt. Trauer ist wichtig und braucht Zeit.
Arten der Einäscherung
Einzeleinäscherung (auf Wunsch mit persönlicher Abschiednahme)
Sammeleinäscherung
Die Kosten hängen ab von:
dem Gewicht deines Hundes
der Art der Einäscherung
Urne oder Erinnerungsstücken
Viele Krematorien bieten zusätzlich:
Pfotenabdrücke
stille Abschiednahme
Abholservice
Formen der Bestattung
Urnen (für innen oder außen)
Urnengrab
Rasenbestattung
anonyme Blumenwiese
Seebestattung
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Das lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Sterben bedeutet das langsame Versagen der Organfunktionen, das langsame Erliegen des Stoffwechsels, sowie von Atem- und Herzfunktionen sowie der Hirnströme. Es kann Wochen bis Monate dauern und ist deshalb auch eine schwierige Phase für Tier, Halter und Tierarzt.
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Wenn der Tod eintritt, ist die Trauer um den geliebten Hund erst einmal groß. Doch was tun mit dem Leichnam?
Im Garten begraben
Wenn dein Hund einen natürlichen Tod gestorben ist und nicht an einer meldepflichtigen Krankheit erkrankt war, kannst du beim zuständigen Veterinäramt ein Begräbnis in deinem eigenen Garten beantragen. Dies ist normalerweise kein Problem.
Bestatten lassen
Natürlich kannst du deinen Hund auch zu einer Tierbestattung bringen. Hier hast du die Wahl zwischen einem Begräbnis auf dem Tierfriedhof oder aber der Einäscherung in einer Urne.
Tierkörperbeseitigung
Nicht unbedingt die schönste, allerdings eine legale und günstige Alternative ist die kommunale Tierkörperbeseitung.
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Der natürliche Tod, ein "sanftes Einschlafen" ist wahrscheinlich der schönste und angenehmste Tod. Und natürlich wünscht sich das jeder für seinen Hund. Der Hund geht in Frieden, so wie von der Natur vorgesehen. Dies ist möglich, wenn du dich gut informierst, geduldig bist und dir dafür genug Zeit nimmst. Denn oft läuft auch der natürlich Tod nicht unbedingt friedlich ab.
Wer sich zutraut, den Sterbeprozess seines Hundes zu begleiten, sollte sich bei seinem Tierarzt genauer zu diesem Thema informieren. Was genau passiert beim Sterben? Wie kannst du deinen Hund in den Tod begleiten?
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Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Die Lebenserwartung deines Hundes hängt davon ab, wie groß dein Hund ist und um welche Rasse es sich handelt. Natürlich spielen aber auch die Lebensumstände und die Haltungsbedingungen eine Rolle.
Durchschnittlich werden Hunde 8 - 15 Jahre alt. Man sagt kleine Hunderassen leben länger als große Hunderassen. Kleine Hunde können sogar bis zu 20 Jahre alt werden, wohingegen große Hunderassen durchschnittlich nur bis zu 10 Jahre alt werden. Hier gibt es jedoch auch viele Ausnahmen.
Sprich am besten mit deinem Tierarzt über dieses Thema.
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Du selbst kennst deinen Hund am besten, das heißt du kannst am besten erkennen, ob er etwas anders macht, als sonst. Setzt er sich nicht mehr hin? Legt er sich nicht mehr hin? Hinkt er mit einem Bein? Oder kann er vielleicht nicht mehr aufstehen?
Eine erhöhten Atemfrequenz oder Jaulen, sowie Zurückzucken, wenn du ihn an einer Stelle streicheln möchtest, können auf Schmerzen hindeuten.
Wenn du dir nicht sicher bist, lass deinen Hund lieber von einem Arzt untersuchen.
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Du kannst dich darum kümmern, deinen Hund im Garten zu vergraben. Rufe dafür einfach beim zuständigen Veterinäramt an.
Du kannst wählen zwischen Tierfriedhof oder Einäscherung und Aufbewahrung in einer Urne.
Eine weniger romantische, aber auch mögliche Lösung ist die Entsorgung auf der örtlichen Tierkörperbeseitigung. Dabei hilft dir auch dein Tierarzt.
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Wenn du merkst, dass es deinem Hund nicht mehr gut geht und er nur noch leidet, kann eine Euthanasie dabei helfen, deinen Hund von seinem Schmerz zu erlösen.
Diese Entscheidung solltest du mit deinem Tierarzt besprechen und nur durchführen lassen, wenn es wirklich nötig ist.Dein Tierarzt gibt dir auch Tipps, wenn du deinen Hund auf natürlichem Wege begleiten möchtest.
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Bisher konnte es nicht wirklich bewiesen werden, ob sich Hunde kurz vor dem Tod von seinen Menschen verabschieden. Manche Hundebesitzer berichten davon, dass ihr Hund kurz vor dem Tod anhänglicher war. Andere Hundebesitzer wiederum sagen, dass sich ihr Hund zurückgezogen hat und alleine sterben wollte.
Es ist egal wie sich dein Hund vor dem Tod verhält. Du solltest seinen Wunsch respektieren und ihn weder alleine lassen noch bedrängen.