Hund adoptieren: Ablauf, Vorteile und Tipps
Einen Hund zu adoptieren ist eine Entscheidung, die Leben verĂ€ndert â deins und das des Hundes. Statt einen Welpen vom ZĂŒchter zu kaufen, kannst du einem Tier aus dem Heim ein liebevolles Zuhause schenken und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag leisten.
Jessica von dem Tierheim Balu erklĂ€rt, warum die Adoption eines Hundes eine groĂartige Wahl ist, welche Vorteile sie bietet und worauf du achten solltest, um deinen perfekten tierischen Begleiter zu finden.
- Warum einen Hund adoptieren?
- Wo kann man einen Hund adoptieren?
- Voraussetzungen fĂŒr die Adoption eines Hundes
- Den richtigen Hund fĂŒr sich finden
- Ablauf der Adoption eines Hundes
- Was kostet es einen Hund zu adoptieren?
- Hund aus dem Ausland adoptieren: Was beachten?
- Fazit: Ein Hund aus der Adoption â Ein Freund fĂŒrs Leben
Warum einen Hund adoptieren?
Einen Hund zu adoptieren bedeutet, einem Tier in Not ein liebevolles Zuhause zu schenken und gleichzeitig das Tierheim zu entlasten. Es ist eine verantwortungsvolle Entscheidung, die nicht nur Leben rettet, sondern auch das eigene Leben mit bedingungsloser Liebe bereichert.
Adoption statt Kauf: Ein Beitrag zum Tierschutz
Tierheime sind ĂŒberfĂŒllt und so kann nicht jedes Tier aufgenommen werden. Adoptionen sind wichtig, damit andere Tiere auch die Chance erhalten ein neues zu Hause zu finden.
Tiere aus dem Tierheim sind nicht nur die klischeehaften âaggressivenâ oder âĂ€ngstlichenâ Tiere, sondern landen oft im Tierheim, weil der Vorbesitzer keine zeitliche oder rĂ€umliche KapazitĂ€t mehr fĂŒr das Tier hat.
Zucht ist oft als âQualzuchtâ einzustufen, was bedeutet dass die Gesundheit der Tiere hinter die WĂŒnsche der KĂ€ufer gestellt wird
Wo kann man einen Hund adoptieren?
Hunde können aus Tierheimen, Tierschutzvereinen oder ĂŒber seriöse Online-Plattformen vermittelt werden. Wichtig ist, dass die Organisationen nach § 11 des deutschen Tierschutzgesetzes zertifiziert sind, da dies sicherstellt, dass die Tiere unter angemessenen Bedingungen gehalten und vermittelt werden. WĂ€hrend eine direkte Adoption aus einem Tierheim dazu beitrĂ€gt, Platz fĂŒr Neuaufnahmen zu schaffen, sollte bei privaten Vermittlungen Vorsicht geboten sein, da oft die notwendige Fachkenntnis fehlt.
Die Adoption von Hunden aus dem Ausland ist mit besonderen Herausforderungen verbunden. Da die Tiere meist nicht vorab persönlich kennengelernt werden können, besteht das Risiko, dass sie nicht in das neue Zuhause passen und schlieĂlich in deutschen Tierheimen landen. Auch werden hier hĂ€ufig die notwendigen Impfungen oder Vorsorgeuntersuchungen nicht eingehalten, was dazu fĂŒhren kann, dass Hunde aus auslĂ€ndischen Tierheimen infiziert sind. Daher sollte eine Adoption aus dem Ausland idealerweise ĂŒber deutsche Tierheime erfolgen, die die Tiere bereits auf ihre neue Umgebung vorbereiten.
Voraussetzungen fĂŒr die Adoption eines Hundes
Die Adoption eines Hundes erfordert eine stabile Lebenssituation, genug Zeit und finanzielle Mittel. Tierheime prĂŒfen genau, ob ein Hund in deinen Alltag passt, um sicherzustellen, dass die Entscheidung fĂŒr beide Seiten langfristig erfolgreich ist.
Am Ende kommt es auf den individuellen Hund an - wie viel BeschĂ€ftigung, Auslauf und Ruhe das Tier braucht. Wichtig ist, dass die Entscheidung wirklich gut ĂŒberdacht ist und man schon sicherer im Leben steht und nicht gerade zwischen einem Umzug/Jobwechsel etc. steht - denn eine wechselnde Umgebung bedeutet immer Stress fĂŒr das Tier.
Vor der Adoption eines Hundes sollte die Frage gestellt werden, ob ein Hund in die Lebenssituation passt. GenĂŒgend finanzielle Mittel sind wichtig, denn ein Hund ist nicht gĂŒnstig. Neben Nahrung, Hundeprodukten wie Leine, Napf, Schlafplatz, kann es auch zu Krankheiten kommen, die behandelt werden mĂŒssen. Vorab sollte zusĂ€tzlich geklĂ€rt werden, ob ein Hund im Wohnbereich erlaubt ist. Auch Allergien sollten ausgeschlossen werden.
In einem weiteren Schritt sollte man sich mit den verschiedenen Rassen auseinandersetzen und sich dabei folgende Fragen stellen:
Wie viele Stunden werde ich mit meinem Hund drauĂen verbringen?
Muss ich meinen Hund alleine lassen und wie lange?
Wer passt auf den Hund auf, wenn ich in den Urlaub fahre?
Die Tierheime schauen genau, wie dein Alltag aussieht und wie deine aktuelle Wohnsituation ist, um sicherzustellen, dass ein Hund oder besser gesagt welcher Hund sich gut in dein Leben einfĂŒgen kann. Ebenfalls spielen natĂŒrlich finanzielle Mittel eine Rolle. Das Tierheim möchte sichergehen, dass auf Langzeit alles passt und das Tier nicht nach wenigen Wochen wieder im Tierheim landet.
Den richtigen Hund fĂŒr sich finden
Welpe, erwachsene Hunde oder Senior â jede Lebensphase bringt Vor- und Nachteile mit sich.
Welpen benötigen viel Zeit und Erziehung
WĂ€hrend Ă€ltere Hunde oft ruhiger sind und sich gut in bestehende Strukturen einfĂŒgen.
Auch die Charaktereigenschaften und BedĂŒrfnisse verschiedener Rassen spielen eine wichtige Rolle: WĂ€hrend manche Hunde viel Bewegung brauchen, sind andere eher entspannt.
Plattformen wie Balu erleichtern die Auswahl durch Filterfunktionen, mit denen potenzielle Adoptanten schnell einen passenden Hund finden können. Es sollte genug Zeit investiert werden, um herauszufinden, welcher Hund zu einem passt.
Ablauf der Adoption eines Hundes
Die Adoption erfolgt in mehreren Schritten:
Nach einer ersten Kontaktaufnahme mit dem Tierheim oder der Organisation findet ein Kennenlernen statt.
Falls alles passt, wird eine Vorkontrolle durchgefĂŒhrt, um sicherzustellen, dass der Hund in ein geeignetes Zuhause kommt.
Danach werden SchutzvertrĂ€ge unterzeichnet und eine SchutzgebĂŒhr gezahlt.
Was kostet es einen Hund zu adoptieren?
Die SchutzgebĂŒhr fĂŒr Hunde betrĂ€gt 500 âŹ. Diese GebĂŒhr hilft dem Tierheim, seine Kosten zu decken, und verhindert den Missbrauch der Tiere fĂŒr kommerzielle Zwecke.
Monatliche Kosten
đ¶ Futter: 30â150 ⏠(je nach GröĂe, QualitĂ€t und speziellen BedĂŒrfnissen)
đ Tierarztkosten: 10â50 ⏠(fĂŒr Impfungen, Wurmkuren, Floh-/Zeckenschutz; gröĂere Eingriffe extra)
đ Haftpflichtversicherung: 5â15 ⏠(in einigen BundeslĂ€ndern Pflicht)
đ„ Krankenversicherung (optional): 20â60 ⏠(je nach Tarif)
âïž Pflege & Zubehör: 10â50 ⏠(Shampoo, BĂŒrsten, Leckerlis, Spielzeug, ggf. Hundefriseur)
JĂ€hrliche bzw. einmalige Kosten
đ Hundesteuer: 50â150 ⏠(abhĂ€ngig von Wohnort & Rasse)
đ RegelmĂ€Ăige Impfungen: ca. 50â100 âŹ
đŸ Ausstattung: ca. 100â300 ⏠(Bett, Leine, NĂ€pfe, etc.)
đŸ Hundeschule (optional): 100â500 ⏠(bei Bedarf fĂŒr Training oder Erziehungskurse)
Gesamtkosten pro Monat:
đ° Durchschnittlich 100â250 âŹ, bei groĂen Hunden oder spezieller Pflege auch mehr.
Hund aus dem Ausland adoptieren: Was beachten?
Die Adoption eines StraĂenhundes aus dem Ausland klingt nach einer guten Tat, birgt aber Herausforderungen. Viele Hunde haben unbekannte Vorgeschichten, wurden nicht sozialisiert oder haben traumatische Erlebnisse hinter sich. Ohne vorherigen direkten Kontakt ist es schwer einzuschĂ€tzen, ob der Hund zum eigenen Leben passt.
Daher sollte eine Adoption nur ĂŒber deutsche Tierheime oder seriöse Tierschutzorganisationen erfolgen, die die Hunde vorab medizinisch untersuchen, einschĂ€tzen und vorbereiten. Diese stellen sicher, dass:
die Hunde gesund sind und die notwendigen Impfungen sowie QuarantÀnevorgaben eingehalten wurden.
das Tierverhalten beobachtet wurde, um Ăberraschungen zu vermeiden.
ein verantwortungsbewusstes Matching zwischen Hund und Halter erfolgt.
Wer sich fĂŒr einen Hund aus dem Ausland interessiert, sollte unbedingt darauf bestehen, den Hund vor der Adoption kennenzulernen und eine fachkundige EinschĂ€tzung durch das Tierheim oder den Verein einzuholen. So kann vermieden werden, dass der Hund in Deutschland erneut im Tierheim landet.
Fazit: Ein Hund aus der Adoption â Ein Freund fĂŒrs Leben
Ein adoptiertes Tier kann nicht nur das eigene Leben bereichern, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Tierschutz leisten. Jeder adoptierte Hund bekommt eine zweite Chance â und macht gleichzeitig Platz fĂŒr ein weiteres Tier in Not.
Neben der Freude, einem Hund ein liebevolles Zuhause zu schenken, sollte die Entscheidung gut durchdacht sein. Hunde brauchen Zeit, Geduld und langfristige Verantwortung. Wer sich bewusst auf das Abenteuer einlĂ€sst, bekommt dafĂŒr einen treuen Begleiter fĂŒrs Leben.
Schau doch einfach mal bei balu rein. Vielleicht wartet hier schon dein neuer bester Freund.
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Im Durchschnitt ist es etwas schwieriger Ă€ltere Hunde zu vermitteln. Aber auch hier findet sich hĂ€ufig ein perfect match, denn Ă€ltere Personen bevorzugen auch oft Hunde im Alter, da sie sich realistisch nicht 15-20 Jahre um ein Tier kĂŒmmern können.
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Es ist manchmal möglich Probezeiten mit dem Tierheim zu vereinbaren. AuĂerdem nehmen Tierheime den Hund selbstverstĂ€ndlich wieder zurĂŒck, wenn es gar nicht klappt.
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Es sollte stets die EinverstĂ€ndnis des Vermieters eingeholt werden, bevor man sich einen Hund zulegt. Auch um zu vermeiden, dass der Hund nach einer gewissen Zeit wieder zurĂŒck ins Tierheim muss.