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Milben beim Hund - Medikamente oder Hausmittel

Dein Hund kratzt sich ununterbrochen, hat Haarausfall und kahle Stellen am Körper? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dein Haustier von Milben befallen ist. Im folgenden Text erklären wir dir was Milben sind, welche Auswirkungen sie auf deinen Hund oder deine Katze haben können, und was du dagegen machen kannst. 

In diesem Artikel beantworten wir die folgenden Fragen: Wie erkenne ich Milben beim Hund und wie kann ich sie bekämpfen? Welche Mittel helfen am besten gegen Milbenbefall: Medikamente, Hausmittel oder Homöopathie?

1. Was sind Milben beim Hund?

Milben sind winzige Tierchen, die es sich auf der Haut oder im Fell deines Haustieres bequem machen. Sie gehören zu den Spinnentieren und können, je nach Art unterschiedlich groß sein. Sie werden über Kontakt mit bereits befallenen Tieren übertragen. Milben sind nicht wirtsspezifisch, was bedeutet, dass sie verschiedene Tierarten und sogar Menschen befallen können.

Es gibt viele verschiedene Milbenarten beim Hund, die unterschiedliche Auswirkungen auf deinen Vierbeiner haben können. Manche Arten kann man gerade noch mit dem Auge erkennen, andere wiederum nur mit einem Mikroskop.

2. Wie erkenne ich Milben beim Hund?

Symptome eines Milbenbefalls sind je nach Art unterschiedlich, allerdings gehören folgende Symptome zu den typischen Folgen:´

  • Juckreiz 

  • Schuppen 

  • Haarausfall

  • Ablagerungen in den Ohren

Wenn dein Vierbeiner solche Symptome hat, dann solltest du schnellstmöglich einen Termin beim Tierarzt buchen. Bleibt ein Milbenbefall länger unbehandelt so kann das zu langfristigen Komplikationen führen wie etwa bakteriellen Infektionen und ein schwächeres Immunsystem. Da Milben auch Menschen befallen können, solltest du auch schnell handeln um dich zu schützen.

3. Welche Milbenarten gibt es?

Sarcoptes-Milben

Sarcoptes-Milben bohren kleine Gänge in die Haut des betroffenen Tieres und legen dort Eier, wodurch ein starker Juckreiz ausgelöst wird. Es kommt dadurch zu großflächigen Zerstörungen der Haut, meistens an Ohren, Beinen und Pfoten. Diese Infektion wird auch Sarcoptes-Räude genannt und ist hochansteckend für Menschen und Tiere!

Die Milben verbreiten sich auf dem Wirt und können auf verschiedenen Tierarten wie Hunden, Katzen, Füchsen, Kaninchen und sogar Menschen übertragen werden.

Ohrmilben bei Hunden
Ohrmilben sind eine Milbenart, die Katzen und Hunde befallen kann. Dieser Parasit befällt meistens das Ohr der Katze bzw. des Hundes, kann sich aber auch auf den ganzen Körper ausbreiten. Man erkennt einen Befall an starken bräunlichen Ablagerungen im Ohr, die Kaffeesatz ähneln und starkem Juckreiz.

Bei besonders feuchten und warmen Lebensumständen können diese Milben bis zu Monate ohne einen Wirt überleben, bei trockener Luft überleben sie nicht lange. Sorge darum dafür, dass du regelmäßig lüftest und Gegenstände, die sich in wärmeren Orten befinden, regelmäßig reinigst.

Außerdem gibt es Herbstgrasmilben (siehe Punkt 4) und Demodex-Milben (siehe Punkt 5).

Untersuchung auf Ohrmilben im Hausbesuch

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4. Herbstgrasmilben

Herbstgrasmilben (lat. Neotrombicula autumnalis), meist Grasmilben beim Hund genannt, kommen meistens bei Hunden vor. Allerdings können sie auch Katzen, andere Kleintiere und sogar Menschen befallen.

Die Larven der Grasmilben gelangen über lange Grashalme auf den Körper des Hundes. Dort führen die kleinen Bisse bereits nach einigen Stunden zu starkem Juckreiz. Nach 2 bis 3 Tagen hat der Juckreiz seinen Höhepunkt erreicht, kann jedoch bis zu 2 Wochen andauern. Zum Glück übertragen Grasmilben keine Krankheiten auf deinen Hund, allerdings kann der Juckreiz sehr nervig sein.

Manche Hunde haben jedoch eine Grasmilben-Allergie. In diesem Fall kann durch den Milbenfall eine allergische Reaktion ausgelöst werden und du musst schnell einen Tierarzt rufen.

Die Symptome eines Befalls entstehen nicht durch die Milben selbst, sondern durch ihre Larven. Die Milbenlarven fühlen sich in langem, trockenem Gras am wohlsten und gelangen von dort leicht auf vorbeilaufende Tiere. Gerade im Sommer ist deshalb die Wahrscheinlichkeit hoch, dass dein Vierbeiner sich mit Grasmilben ansteckt. Sie befallen vor allem Pfoten, Brust und Bauch, also die Körperstellen, die nahe am Boden sind.

Diese jungen Larven beißen den Hund und verursachen so starken Juckreiz an den betroffenen Stellen bis hin zu Allergien. Man erkennt eine Grasmilbenallergie an kleinen, rötlichen Punkten, die Mückenstichen ähneln und nach einer Weile orangene Krusten bilden.

5. Demodex-Milben beim Hund

Demodex-Milben, Haarbalgmilben oder auch Hundemilben genannt, sind zigarrenförmigen Parasiten und in der Regel natürliche Bewohner deines Hundes, die in geringer Anzahl vorkommend ungefährlich sind. Sie leben auf der Haut und in den Haarfollikeln deines Vierbeiners und sind für Menschen nicht ansteckend.

Was ist Demodikose oder Demodex Räude?

Wenn allerdings das Immunsystem geschwächt ist, etwa durch schlechte Ernährung oder Erkrankungen wie Fieber, kann es dazu kommen, dass diese Milbenart sich stark vermehrt. Dies wird dann als Demodikose bezeichnet. Sie kann entweder örtlich oder generalisiert vorkommen.

Die örtliche Demodikose kommt gerade bei Welpen häufig vor und betrifft vor allem den Kopf des Tieres. Typische Symptome sind Haarausfall und schuppige Stellen am Kopf, meistens um die Augen herum. Gewöhnlich verschwindet die örtliche Demodikose nach ein paar Wochen von selbst. Sollten die Stellen nach zwei Wochen immer noch nicht abgeheilt oder sogar größer geworden sein, sollte medizinisch eingegriffen werden.

Bei einer generalisierten Demodikose sind die betroffenen Hautstellen deutlich größer. Außerdem schwächt ein Befall das Immunsystem des erkrankten Tieres, weshalb es sein kann, dass deine Fellnase sich besonders schwach und lethargisch verhält.

Symptome bei Demodex Räude

Durch den Milbenbefall sind die Barrieren der Haut geschwächt, wodurch es für Bakterien einfacher ist, die Haut anzugreifen. Die Hautstellen sind meistens verkrustet, rötlich, angeschwollen und manchmal auch eitrig. Eine generalisierte Demodikose kann in jedem Alter vorkommen, jedoch sind gerade Hunde mit geschwächten Immunsystemen besonders betroffen.

Auch diese Art von Befall heilt automatisch nach einigen Wochen ab. Allerdings sollte die Genesung von einem Tierarzt überwacht werden, um bei einer Verschlechterung des Zustandes direkt zu handeln.

6. Milben beim Hund bekämpfen und vorbeugen

Ist dein Haustier von Milben befallen, dann ist es empfehlenswert, einen Tierarzt hinzuzuziehen. Der Tierarzt kann so nämlich die Therapie deines Vierbeiners überwachen und frühzeitig erkennen, ob weitere Komplikationen auftreten und diese schnellstmöglich behandeln. Je nach Milbenart wird das passende Medikament verschrieben (siehe Punkt 7).

In dieser Zeit solltest du auch stark auf die Ernährung deiner Fellnase achten. Denn eine vitaminreiche Ernährung ist eine gute Unterstützung, um das geschwächte Immunsystem etwas aufzupäppeln. 

Milben beim Hund vorbeugen

Die Schlafplätze und das Halsband deines Hunds solltest du regelmäßig gründlich säubern. Auch regelmäßiges Lüften ist wichtig.

Gesundes Fell und eine gesunde Haut helfen dabei, Milben vorzubeugen. Bei regelmäßiger Fellpflege wie Kämmen und Waschen kannst du außerdem Anzeichen auf einen Milbenbefall früher erkennen.

Insgesamt ein fittes Immunsystem trägt zu einer gesunden Haut und Abwehr bei. Aber natürlich können auch absolut gesunde Hunde von Milben befallen werden.

Es gibt repellierende Wirkstoffe, die vorbeugend Milben abwehren. Meist schützen diese Mittel gleichzeitig auch gegen andere Parasiten wie beispielsweise Zecken.

Dabei kannst du zwischen Tabletten, Spot-Ons oder speziellen Halsbändern wählen. Sprich am besten mit deinem Tierarzt darüber, welches Mittel für deinen Hund die beste Wahl ist - und wie lang der Schutz anhält.

7. Mittel gegen Milben

Um gegen den Milbenbefall anzukämpfen, gibt es bestimmt Präparate, die beispielsweise in Form von Spot-On auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden können. Es gibt auch spezielle Tabletten, die medizinische Wirkstoffe enthalten, um Milben abzutöten. Darüber hinaus kann dein Tierarzt auch Antibiotika oder andere spezielle Medikamente verschreiben, die gleichzeitig auch Sekundärinfektionen verhindern. 

Bei Herbstgrasmilben entsteht ein starker Juckreiz, die Milben bleiben jedoch nur sehr kurz auf ihrem Wort - das bedeutet sie sind meist bereits nicht mehr am Tier. Deshalb wählt man bei Grasmilben meist ein Mittel gegen den Juckreiz, nicht gegen die Milben an sich. Der Juckreiz wird dann mit einem Spray oder einer Creme therapiert.

Bei Demodex Milben und Ohrmilben gibt es verschiedene Präparate:

  • Tabletten, z.B. Simparica

  • Spot-On, z.B. Advocate, Selehold

8. Hausmittel und Homöopathie

Es gibt einige Hausmittel, die gegen den Juckreiz beim Hund oder generell bei der Fellpflege helfen können. Manchmal wird das regelmäßige Waschen mit Kernseife empfohlen, oder aber das Einreiben mit Kokosöl oder einer Apfelessig-Mischung. Hausmittel für eine gesunde Haut und gesundes Fell sind erst einmal nicht schädlich. Auch verschiedenen Globuli wird in der Homöopathie je nach Art und Begleiterscheinungen des Juckreizes eine Wirksamkeit nachgesagt.

Du kannst diese Hausmittel oder Mittel der Homöopathie ausprobieren, allerdings solltest du bei ätherischen Ölen oder Alkohol vorsichtig sein! Sprich am besten mit deinem Tierarzt ab, welche der Mittel harmlos sind und ausprobiert werden können.

Wichtig ist jedoch an dieser Stelle, dass es kein homöopathisches Mittel gibt, welches gegen Milben beim Hund schützen oder diese abwehren kann. Ebenso gibt es kein Hausmittel, welchem eine Wirksamkeit gegen Milben nachgewiesen werden kann.

Wenn also mehrere Anzeichen auf einen Milbenbefall bei deinem Hund hindeuten, solltest du unbedingt mit einem Tierarzt sprechen.

  • Das kommt darauf an, um welche Milbenart es sich handelt.

    Generell kann man Milbenbefall beim Hund an Juckreiz, Schuppen, Haarausfall und / oder Ablagerungen in den Ohren erkennen. Je nach Milbenart können die juckenden Hautstellen sich auch entzünden und eitern.

  • Auch dies hängt ab von der Milbenart.

    Der Befall mit Herbstgrasmilben verschwindet von alleine wieder nach ein paar Tagen. Der Juckreiz kann allerdings noch eine Weile anhalten.

    Bei Demodex-Milben kommt es darauf an, ob eine örtliche oder eine generalisierte Demodikose ausgelöst wurde und wie geschwächt das Immunsystem deines Hundes ist. Eine örtliche Demodikose heilt normalerweise nach ein paar Wochen von alleine ab. Wenn nach 2 Wochen die Stellen nicht kleiner oder größer werden, solltest du einen Tierarzt aufsuchen. Bei der generalisierten Demodikose kann es Wochen oder Monate dauern, bis dies abgeheilt ist.

    Bei Ohrmilben dauert es ca. 3 Wochen, bis die Milben durch die Behandlung wirklich weg sind. Der Juckreiz verschwindet normalerweise aber bereits nach einigen Tagen wieder.

    Bei Sarcoptes-Milben muss die Behandlung mindestens zweimal innerhalb von 4 Wochen durchgeführt werden.

  • Grasmilben befallen deinen Hund in der Regel nur vorübergehend und verschwinden nach ein paar Tagen von alleine wieder. Allerdings leiden Hunde in dieser Zeit unter einem sehr starken Juckreiz. Wenn dieser nicht behandelt wird, können Hunde sich durch das Kratzen, Lecken und Beißen selbst ihre Haut verletzen.

    Deine Tierärztin / dein Tierarzt verschreibt dir entzündungshemmende Salben oder Sprays gegen den Juckreiz.

    Keine Sorge, Grasmilben sind für Menschen nicht ansteckend und bleiben auch nicht in der Wohnung.

  • Manche Milben sind aufgrund ihrer Größe mit dem menschlichen Auge erkennbar, z.B. Herbstgrasmilben oder Ohrmilben.

    Andere Milben kann man nicht mit dem bloßen Auge erkennen. Zum Beispiel Milben, die in der Haut von Hunden leben. In diesem Fall nimmt die Tierärztin oder der Tierarzt eine kleine Hautprobe, um die Diagnose zu stellen.

    Du kannst einen Milbenbefall auch an den typischen Symptomen erkennen. Wenn dein Hund einen starken Juckreiz oder kahle Hautstellen aufweist, solltest du in jedem Fall einen Tierarzt rufen.

  • Milben, die auf den Menschen übertragen werden können:

    • Sarcoptesmilben

    • Pelzmilben

    Bei einem Befall mit diesen Milben ist es sehr wichtig auf eine sorgfältige Hygiene zu achten. Das bedeutet regelmäßiges Händewaschen, Staubsaugen und Reinigen aller Gegenstände und Textilien, mit denen dein Hund in Kontakt kommt. Wenn du auffällige Veränderungen an deiner Haut feststellst, solltest du dich an deine Hautärztin/ deinen Hautarzt wenden.

    Diese Milben können nicht vom Hund auf den Menschen übertragen werden:

    • Herbstgrasmilben (Allerdings ist hier eine Übertragung von Gras auf den Menschen möglich!)

    • Demodex-Milben

    • Ohrmilben

  • Es gibt kein Hausmittel, bei dem eine Wirksamkeit gegen Milben beim Hund wissenschaftlich bewiesen wurde. Wenn dein Hund mit Milben befallen ist, solltest du dir ein Mittel von deinem Tierarzt geben lassen. Außerdem ist die Haut deines Vierbeiners durch die Milben sowieso schon gereizt und das Experimentieren mit Hausmitteln könnte noch einen größeren Schaden anrichten (z.B. Infektionen).

    Passende Fell- und Hautpflege bei einem gesunden Hund kann einen Milbenbefall vorbeugen. Frag deinen Tierarzt / deine Tierärztin nach einem passenden Hausmittel, welches du unbesorgt ausprobieren kannst.

  • Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass Essig gegen Milben wirkt.

    Wir raten außerdem stark davon ab, Essig einzusetzen. Wenn dein Hund bereits eine gereizte oder verletzte Haut hat, kann Essig zu Infektionen mit Bakterien oder Pilzen führen.

    Sprich mit deiner Tierärztin / deinem Tierarzt. Dort wird dir ein passendes Mittel gegen Milben verschrieben.

  • Es gibt homöopathische Mittel gegen Entzündungen und Juckreiz. Du kannst probieren, den durch Milben ausgelösten Juckreiz mit Globuli zu behandeln.

    Aber dein Tierarzt wird dir trotzdem ein Präparat gegen den Milbenbefall geben, welches du einsetzen solltest. Homöopathie mag zwar in manchen Fällen gegen Juckreiz helfen, allerdings gibt es keine homöopathischen Medikamente, die gegen einen Milbenbefall helfen.

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