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Magendrehung beim Hund - Ursachen, Symptome, Behandlung

Wenn sich der Magen bei einem Hund dreht, ist dies ein ernst zunehmender Notfall. Es kann jeden Hund treffen, wobei für größere Hunde ein erhöhtes Risiko besteht zu erkranken. Bei einer Magendrehung sind Früherkennung und das sofortige medizinische Eingreifen lebensrettend. Wie du frühzeitig Anzeichen einer Magendrehung erkennst und im Notfall reagieren musst, erfährst du im Folgenden.

Alle Infos zur Magendrehung beim Hund im tierärztlichen Ratgeber

Alle Infos zur Magendrehung beim Hund im tierärztlichen Ratgeber

1. Definition

Die Magendrehung (Torsio ventriculi) beim Hund kann lebensbedrohlich sein. Dabei dreht sich der Magen des Hundes längs um die eigene Achse. Das führt dazu, dass die Blutgefäße und Nerven des Magens abgedrückt werden und eine gute Durchblutung verhindert wird. Ob das Aufgasen des Magens für die Drehung verantwortlich ist oder infolge vom Abschnüren des Ein- und Ausgangs (Darm und Speiseröhre) passiert, ist noch nicht geklärt.

2. Ursachen

Bis heute sind die Ursachen für eine Magendrehung noch nicht vollständig erforscht. Nur eine Reihe von Risikofaktoren sind gefunden worden. 

  • Große Hunderassen mit tiefem Brustkorb sind häufig betroffen
  • Zunehmendes Alter und gedehnte Magenbänder steigern das Risiko
  • Eine einmalige Fütterung am Tag kann das Erkrankungsrisiko erhöhen
  • Bei manchen Hunden sind die Magenbänder loser als normal wodurch eine Drehung begünstigt werden kann
  • Inzucht innerhalb einer Rasse fördert das Risiko
  • Ein Hund mit Verwandten, die eine Magendrehung hatten, ist stärker gefährdet
  • Sehr hastiges Schlingen oder vergorenes Futter sind gefährlich

3. Symptome

Es ist nicht leicht zu erkennen, wenn ein Hund eine Magendrehung hat. Bei der Drehung selbst, hat der Hund einen kurzen Schmerz und jault kurz auf. Das wird vom Besitzer allerding häufig nicht bemerkt. Es gibt aber ein paar Anzeichen, die dich alarmieren sollten. 

  • Die Aufblähung des Bauches gilt als Hauptsymptom, wobei der Bauch fortschreitend immer größer und härter wird

Bei leichtem klopfen am Bauch klingt er hohl

  • Unruhe (hin und her laufen oder ständiges wechseln zwischen Liegen und Umhergehen)
  • Der Hund frisst und trinkt nicht und kann weder erbrechen noch sein Häufchen machen
  • Häufig würgen Hunde und versuchen zu erbrechen, wobei sie auch speicheln
  • Wasser kann nicht mehr aufgenommen werden
  • Die Atmung fällt schwerer und sie hecheln
  • Der Kreislauf verschlechtert sich, was zur Teilnahmslosigkeit (Apathie) oder sogar einem Schockzustand führen kann
  • Die Schleimhäute werden rosa und später fast weiß
  • stark erhöhter Puls
  • Der Hund kann auch stöhnen vor Schmerzen

4. Checkliste: Braucht dein Hund einen Tierarzt?

Beim Hund kann die Magendrehung innerhalb weniger Stunden zum Tod führen, wenn nicht schnell eine Operation vom Tierarzt durchgeführt wird. 

  • Solltest du Symptome erkennen oder auch nur einen Verdacht haben, verlier keine Zeit. 
  • Es ist wichtig sofort den Tierarzt oder die Tierklinik anzurufen, damit eine Vorbereitung möglich ist und keine Zeit verloren geht.
  • Falls dein Hund laufen kann, solltest du ihn nicht hochheben. Falls nicht, achte darauf, dass du seinen Bauch so wenig wie möglich berührst.
  • Es ist egal zu welcher Tageszeit die Magendrehung festgestellt wird, man sollte nicht zögern einen Tierarzt aufzusuchen

5. Diagnose

Jeder Verdacht auf eine Magendrehung muss sofort untersucht und behandelt werden. Grundlage ist dabei die Besitzerbefragung, wobei die beobachteten Symptome und die gesundheitliche Vorgeschichte beschrieben werden sollte. Danach wird der behandelnde Tierarzt für eine schnelle Diagnose eine Röntgenaufnahme machen. Im Falle einer Magendrehung sieht der Arzt dann eine Falte infolge der Aufgasung und Verlagerung der Erweiterung des Magenausgangs. Genannt wird das auch “Kompartmentbildung”, wodurch der Magen ein “zipfelmützenartiges” Aussehen bekommt. 

6. Behandlung

Für den Fall, dass der Tierarzt eine Magendrehung diagnostiziert, gibt es nur eine operative Behandlungsmöglichkeit. Durch diesen Eingriff wird der Magen wieder zurück in seine normale Lage verlagert. Bei manchen Hunden ist der Kreislauf so instabil, dass zunächst eine Infusion gelegt werden muss, um eine Narkose durchführen zu können. Wenn der Magen stark aufgebläht ist, kann es sein, dass vor dem operativen Eingriff eine Druckentlastung notwendig ist. Dies wird durch anstechen der Bauchwand mit einer Kanüle gemacht.

Direkt nach der Operation ist Ruhe für deinen Hund sehr wichtig. Es sollte auf lange Spaziergänge oder Treppensteigen verzichtet werden. Die Fütterung direkt nach der OP sollte mit dem Arzt abgesprochen werden. Außer dem Magen selbst können andere Organe (Herz und Lunge) auch geschädigt sein, weshalb eine regelmäßige Kontrolle nötig ist.

7. Prognose

Da bei der Magendrehung jede Minute zählt, sind die Therapieergebnisse besser, je früher mit der Behandlung begonnen wurde. Die besten Aussichten auf eine Heilung bestehen bei dem Operationsbeginn bis sechs Stunden nach der Drehung. Die Überlebenschancen liegen bei circa 80 %. 

8. Prävention

Eine Vorbeugung ist nur schwer möglich, da die eigentlichen Auslöser der Magendrehung noch nicht bekannt sind. Jedoch gibt es Möglichkeiten das Risiko zu minimieren. Bei großen Hunden wird eine Verteilung der Tagesration auf mehrere Mahlzeiten geraten. Es hilft, wenn die Futterschüssel auf dem Boden steht. Zudem sollte nach dem Fressen auf starke Bewegung verzichtet werden. Bei Risikorassen wie Deutscher Dogge oder Bloodhound wird eine vorsorgliche Lage- und/oder Formkorrektur des Magens im Rahmen anderer Baucheingriffe (Kastration bei einer Hündin) zum Teil empfohlen. 

9. Fazit

Die Magendrehung ist sehr gefährlich für einen Hund und kann tödlich sein. Deshalb muss bei einem Verdacht schnell gehandelt werden. Wenn die Diagnose steht und der Hund operiert wurde ist eine richtige Nachbehandlung mit dem Arzt abzusprechen. Eine Magendrehung ist für jeden Hundebesitzer ein Albtraum, jedoch stehen sehr gute Überlebenschancen, wenn früh genug eingegriffen wird. 

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