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Allergien beim Hund - Ursachen, Symptome, Behandlung

Dein Hund kratzt sich dauernd, hat aber keine Fl√∂he? Wie Menschen k√∂nnen auch Hunde allergisch auf Verschiedenes reagieren. Bei einer Allergie kann es sich um z.B. um Futter, Medikamente oder Parasiten handeln, die eine √ľbertriebene Abwehrreaktion bei deinem Hund ausl√∂sen. Hier findest du alle Informationen zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsm√∂glichkeiten bei Allergien. Au√üerdem eine Checkliste f√ľr verschiedene Dinge, die du bei deinem Hund beachten solltest.

1. Was bedeutet Allergie beim Hund?

Eine Allergie (altgriechisch: die Fremdreaktion) bezeichnet eine √ľberschie√üende krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte √§u√üere Reize. Die Reize ausl√∂senden Substanzen sind normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) und f√ľr deinen Hund ungef√§hrlich. Die sonst sehr hilfreichen Abwehrzellen des K√∂rpers bilden eine √ľbertriebene Anzahl von Antik√∂rpern, die in weiterer Folge f√ľr uns sichtbare Symptome ausl√∂sen.¬†

Jede Allergie setzt eine Sensibilisierung voraus, die beim 1. Kontakt mit dem Allergen entsteht. Bei diesem Kontakt gibt es noch keine sichtbaren Krankheitssymptome. Hierbei entwickelt der K√∂rper bzw. das Immunsystem des Hundes eine Antwort auf dieses spezifische Allergen. Das ist die sogenannte Sensibilisierungsphase, die f√ľnf Tage bis mehrere Jahre dauern kann. Nach Abschluss dieser Phase und einem erneuten Kontakt mit diesem Allergen treten die allergischen Krankheitssymptome auf.

Abzugrenzen ist eine Allergie von einer Unverträglichkeit. Das ist eine Überempfindlichkeitsreaktion und wird nicht durch das Immunsystem hervorgerufen.

2. Was k√∂nnen Symptome f√ľr eine Allergie bei Hunden sein?

Je nachdem, mit welchem Organ Allergene durch den Körper aufgenommen werden, entstehen durch die Allergie unterschiedliche Symptome beim Hund.

2.1 Symptome auf der Haut

  • Juckreiz, insbesondere an Kopf, R√ľcken und Ohren

  • leichte Unruhe

  • lokale oder fl√§chige Schwellungen oder kleine ‚ÄúKn√∂tchen‚ÄĚ (Quaddeln): Dies zeigt sich nicht nur durch Kratzen, sondern auch durch Schlecken (insbesondere Pfotenschlecken), W√§lzen und Reiben

  • H√§ufiges Kratzen und Lecken bestimmter K√∂rperstellen

2.2 Magen-Darm-Symptome oder Asthma

  • Immer wiederkehrende Magen-Darm-Symptome wie Durchfall oder Erbrechen

  • Asthma

2.3 - Ohrentz√ľndungen als Symptom f√ľr eine Allergie

  • Sch√ľtteln des Kopfes / Ohres

  • Unangenehmer Geruch aus den Ohren

  • Bei schlimmen F√§llen k√∂nnte dein Hund anfangen den Kopf schief zu halten

  • Wenn schlimme Schmerzen auftreten, zeigt sich das durch Jaulen oder dadurch, dass er sich nicht mehr anfassen lassen will und den Kopf kaum noch bewegt

Symptom Hautreizung bei Allergie

hund allergie symptome auf der haut
hund allergie symptome auf der haut

3. Ursachen f√ľr eine Allergie beim Hund

Verschiedene Dinge k√∂nnen eine Allergie beim Hund verursachen. Es muss unterschieden werden zwischen der Ursache f√ľr die Allergie beim Hund und dem akuten Ausl√∂ser f√ľr das Auftreten der sichtbaren Symptome der Allergie.

3.1 - Auslöser der allergischen Reaktion beim Hund

Als Allergene bei Hunden kommen eine Vielzahl von Substanzen und Auslösern in Frage:

  • Nahrungsmittel / Futter: Darin enthaltene Eiwei√üe sind der Ausl√∂ser f√ľr eine Allergie

  • Kontakt mit Fl√∂hen, Milben oder √§hnlichen Insekten und Gliederf√ľ√üern

  • Insektenstiche

  • Umweltallergie: Pollen und Gr√§ser, Pestizide aus der Landwirtschaft, Putzmittel, Duftstoffe in Waschmitteln

  • Impfungen

  • Medikamente

3.2 - Ursachen f√ľr das Entstehen der Allergie

Eine Allergie beim Hund kann einerseits genetisch bedingt sein. In diesem Fall hat dein Hund eine Veranlagung dazu, besonders viele Antikörper gegen eine Substanz zu produzieren. 

Andererseits kann eine Allergie bei deinem Hund auch bedingt werden durch verschiedene nicht-genetische Faktoren:

  1. Bakterielle oder virale Infekte: Aufgrund eines Infekts ist die Barrierefunktion gestört, wodurch die Haut und Schleimhäute eine erhöhte Durchlässigkeit haben.

  2. Stress: Stress kann nicht alleinige Ursache f√ľr eine Allergie sein. Allerdings beeinflusst Stress das Immunsystem. Bei Bestehen einer schwachen Allergie oder einer Sensibilisierung kann durch zus√§tzlichen k√∂rperlichen oder psychischen Stress eine Allergie entstehen.

  3. Menge der Allergene: Eine Rolle kann auch die Menge der Allergene (Allergenexposition) spielen, der das Immunsystem ausgesetzt ist. Zum Beispiel kann dein Hund bei Futter, welches er nur selten frisst, keine Symptome zeigen, sehr wohl aber bei t√§glicher F√ľtterung dieses Futters.¬†

Symptom: Hund beißt sich / Juckreiz

hund beißt sich
hund beißt sich

4. Wie diagnostiziert der Tierarzt die Allergie?

Eine Allergie beim Hund zu diagnostizieren ist relativ schwer. Viele der Symptome von Allergien k√∂nnen auch Symptome anderer Krankheiten oder Unvertr√§glichkeiten sein. Eine sichere Beurteilung ist daher auch f√ľr den Tierarzt nicht einfach. Je mehr Erfahrung und Zusatzausbildung ein Tierarzt hat, desto leichter f√§llt ihm eine Diagnose.

Die Deutsche Gesellschaft f√ľr Veterin√§rdermatologie hat eine Liste von Allergieexperten erstellt und nennt dir einen auf Allergien spezialisierten Tierarzt in deiner N√§he.

Du kannst eine Diagnose erleichtern, indem du dem Tierarzt die Symptome sehr genau dokumentierst und beschreibst. 

  • Welche Symptome treten auf?

  • Wann treten die Symptome auf?

Dokumentiere deine Beobachtungen der Symptome f√ľr den Tierarztbesuch. Aussagekr√§ftig ist z.B., ob die Symptome sich nur saisonal zeigen. Es k√∂nnte sein, dass die Probleme nur im Fr√ľhjahr auftreten, was auf Umweltallergene hinweisen kann. Diese Informationen beim Erstgespr√§ch sind also eine wichtige Grundlage f√ľr eine Diagnose und daher sollte sich daf√ľr ausreichend Zeit genommen werden.

Es kann auch helfen, wenn du Videos von deinem Vierbeiner mitbringst, da Tiere in der Praxis oft nicht ihr nat√ľrliches Verhalten zeigen. Umso besser, wenn du einen Hausbesuch vereinbarst. So kann sich der Tierarzt deinen Liebling im nat√ľrlichen Lebensumfeld anschauen.

Der Tierarzt wird eine Reihe von Tests durchf√ľhren und so im klinischen Ausschlussverfahren eine Diagnose stellen. Das hei√üt, wenn er in der Untersuchung nach und nach andere Krankheiten mit √§hnlichen Symptomen ausschlie√üen kann, kommt er zu einer Diagnose. Hierbei k√∂nnen Bluttests und Allergietests erg√§nzende Hinweise f√ľr die Diagnose liefern. Somit kann er√∂rtert werden, ob dein Hund beispielsweise an einer h√§ufigen Allergie gegen Gr√§ser, Parasiten oder Futter leidet.

Umweltallergien k√∂nnen mit Bluttests diagnostiziert werden, Futtermittelallergien hingegen nicht. Das liegt daran, dass diese beiden Allergien √ľber unterschiedliche Immunglobuline vermittelt werden, es sind also unterschiedliche Arten von Allergien. Daher geht ein Bluttest beim einen und beim andern ist es nicht aussagekr√§ftig.

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6 - Futtermittelallergie: Hund ist allergisch auf sein Futter

Eine häufige Allergie beim Hund ist die Nahrungsmittel- oder Futtermittelallergie. Die im Futter enthaltenen Eiweiße lösen in diesem Fall die Reaktion des Immunsystems bei deinem Hund aus. Nicht zu verwechseln ist die Futtermittelallergie, die sich mit allergischen Reaktionen wie Hautausschlag und Juckreiz äußert, mit einer einer Futtermittelunverträglichkeit, die sich durch Durchfall äußert.

6.1 Symptome bei einer Futtermittelallergie bei Hunden

Bei Futtermittelallergien kann es entweder direkt kurz nach Aufnahme des Allergens - also dem Fressen das Nahrungsmittels - losgehen, oder auch etwas zeitverz√∂gert, wenn sie z.B. ein bestimmtes Futter/Leckerli √ľber eine gewisse Zeit fressen.¬†

Meistens reagiert bei einer Futtermittelallergie die Haut als erstes (denn es ist das größte Organ) und danach die Stellen, an denen es schön warm und feucht ist (z.B. Ohren, Zwischenzehenbereich, Maulwinkel, Kinn, Zwischenschenkelbereich).

6.2 Ausschlussdiät

Eine Futtermittelallergie kann nicht so gut mit einem Bluttest diagnostiziert werden, denn die Bluttests die div. Labore anbieten, sind nicht wirklich aussagekräftig. Liegt der Verdacht nah, dass diese Allergie gegen Futtermittel vorliegt, wird daher eine Ausschlussdiät begonnen. Hat man das Allergen im Hundefutter identifiziert, muss dieses gezielt und konsequent umgestellt werden. 

Bei der Ausschlussdi√§t bekommt dein Hund zun√§chst nur Futter, dass er bisher nie oder nur selten bekommen hat. Mit der Zeit werden weitere Zutaten zugef√ľttert, um so den Ausl√∂ser der Beschwerden zu finden. Somit k√∂nnen die Ausl√∂ser der Allergie durch Futter nach und nach eingegrenzt werden, um festzustellen, auf welches Futter dein Hund verzichten sollte.¬†

Eine Ausschlussdi√§t sollte in jedem Fall mit einem Tierarzt durchgef√ľhrt werden, um Nebenwirkungen und Mangelerscheinungen fr√ľh genug zu erkennen.

Gemeinsam mit deinem Tierarzt kannst du einen Plan machen:

  • Wie lange solltest du die Ausschlussdi√§t durchf√ľhren? Daf√ľr gen√ľgen nicht nur einige Tage

  • Worauf testen? Beispielsweise kannst du damit beginnen Getreide auszuschlie√üen, oder aber H√ľhnchen als Proteinquelle wegzulassen

  • Welches Futtermittel? Dein Tierarzt hilft dir bei der Wahl eines geeigneten Futtermittels f√ľr die Ausschlussdi√§t

7 - Umweltallergien: Grasmilben oder Gräser

Eine häufige Umweltallergie kann beim Kontakt mit Grasmilben (auch Herbstgrasmilben genannt) bzw. deren Larven auftreten. In diesem Fall wird dein Hund mit den Larven der Herbstgrasmilben befallen und reagiert auf den Speichel der Larven allergisch. Auch Menschen können allergisch auf den Speichel der Herbstgrasmilben reagieren. 

Wichtig: Herbstgrasmilben jucken immer, aber bei allergischen Tieren ist er Juckreiz besonders schlimm. Die Hunde beißen oder kratzen sich dann oft bis es blutig wird, weil es so stark juckt.

Grasmilben gibt es nur saisonal. Es kommt daher immer ein bisschen auf das Wetter an, wie fr√ľh im Sommer sie sich vermehren. Durch den Klimawandel und trockene, warme Fr√ľhjahre sind sie mittlerweile auch im Sommer schon aktiv und nicht nur im Herbst. Mit dem ersten Bodenfrost sind sie dann aber wieder weg.

7.2 Was tun, wenn mein Hund allergisch gegen Grasmilben ist?

Leider kann man nicht viel gegen diese Allergie bzw. die Grasmilben tun. Das Beste ist daher, deinen Hund nach jedem Spaziergang mechanisch abzuwaschen: Benutze daf√ľr klares Wasser und rubbel alles gr√ľndlich ab. Vergiss nicht, auch die Zehenzwischenr√§ume zu waschen!

Besonders anstrengend ist es, wenn du in einer Grasmilbenhochburg wohnst, z.B. im Rhein-Main-Nahe-Gebiet. Im Norden Deutschlands gibt es die Plagegeister zum Gl√ľck (noch) nicht. Es k√∂nnte sich bei besonders allergischen Hunden daher anbieten, den Sommerurlaub in Norddeutschland zu verbringen.

7.3 Andere Umweltallergien wie Allergie gegen Gräser

Umweltallergien sind oft saisonal. Hausstaubmilbenallergien zum Beispiel sind oft im Winter schlimmer als im Sommer, da sie sich durch die warme, trockene Heizungsluft gut vermehren k√∂nnen. Pollen und Gr√§serallergien sind wie bei uns Menschen auch im Fr√ľhjahr/Sommer schlimmer. Oft reagieren die Tiere aber auch auf Pestizide aus der Landwirtschaft bei Hautkontakt (Beine, Bauch, Gesicht).

Auch hier ist das h√§ufigste Symptom ein starker Juckreiz, welcher wiederum zu verst√§rktem Lecken, Kratzen und Bei√üen f√ľhrt. Umweltallergien k√∂nnen meist mit einem Bluttest diagnostiziert werden.

Bei Umweltallergenen kann es vorbeugend helfen, deinen Hund nach jedem Spaziergang mit klarem Wasser zu waschen. Als Behandlung kann man eine Desensibilisierung machen - besonders bei Hausstauballergien ist dies erfolgversprechend. Es kann aber sehr lange dauern (manchmal bis zu 2 Jahre). Bei einer Desensibilisierung wird f√ľr den Hund ein Allergenextrakt zubereitet. Mit diesem Extrakt wird der Hund dann regelm√§√üig geimpft. In den ersten 15 Wochen gibt es einmal w√∂chentlich eine Dosis mit steigenden Konzentrationen der Allergene. Danach gibt es alle 3 Wochen eine Erhaltungsdosis. Die Therapie dauert bei manchen Hunden 2-3 Jahre, bei anderen muss sie lebenslang fortgef√ľhrt werden.¬†

8. Behandlung & Prävention: Was kann ich tun?

Bei akuten Beschwerden kann der Tierarzt deinem Hund Medikamente zur Linderung verabreichen. War die Diagnose erfolgreich und der Auslöser der Probleme ist bekannt, dann sollte die Substanz vermieden werden. Dies ist aber leider nicht bei allen Allergenen möglich und kann unter Umständen auch keine sichere Besserung versprechen. Insgesamt ist eine gute Therapie der Allergie aber eine Kombinationstherapie aus Vermeidung, Desensibilisierung und symptomatischer Therapie. Hier ist eine genau Absprache mit dem Arzt notwendig.

8.1 Sind Allergien bei Hunden heilbar?

Eine Hundeallergie ist nicht heilbar, aber bei richtiger Therapie sind die Beschwerden gut in den Griff zu bekommen. Wenn dein Tierarzt viel Erfahrung mit Allergien und Zusatzausbildungen hat, kann das Allergen leichter gefunden werden und die Beschwerden bei deinem Hund schneller abgemildert werden. 

8.2 Prävention von Allergien bei Hunden

Du kannst eine Allergie bei deinem Hund nicht verhindern, aber du kannst die Beschwerden gut beeinflussen. Sobald das Allergen gefunden wurde, gibt es gute Chancen die Beschwerde so gering wie möglich zu halten. Beobachte ihn gut und probier verschiedene Umstellungen seines Umfelds aus, um die beste Behandlung zu finden. Hierbei ist eine genau Absprache mit dem Tierarzt wichtig.

Versuche bei der Futterwahl bestimmte Fleischsorten (z.B. Kaninchen oder Pferd) nicht zu f√ľttern, sodass du auf diese notfalls ausweichen kannst.

Wenn dein Hund Beschwerden hat, kann das viele Ursachen haben. Eine Allergie ist nur eine davon. Erst bei langer Beobachtung lassen sich Hinweise auf die Ursachen finden. Halten die Beschwerden länger an oder werden schlimmer, sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.

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