Allergien beim Hund - Ursachen, Symptome, Behandlung
Eine Allergie ist eine übersteigerte Reaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Stoffe wie Futter, Pollen oder Parasiten. Sie ist nicht heilbar, aber in der Regel gut kontrollierbar. Wie du Allergien erkennst und was du genau tun kannst, erläutert Tierärztin Dr. med. vet. Anne Hemmerling.
Typische Symptome einer Allergie beim Hund
Typische erste Anzeichen einer Allergie beim Hund sind starker Juckreiz, Pfotenlecken und wiederkehrende Ohrentzündungen.
Häufige Symptome:
Starker Juckreiz (Kratzen, Beißen, Lecken)
Pfotenlecken oder -knabbern
Hautrötungen oder Infektionen
Wiederkehrende Ohrentzündungen (oft mit Hefepilzen)
Durchfall oder Erbrechen
👉 Wichtig:
Ohrentzündungen sind oft nur eine Folge der Allergie, nicht die Ursache.
Wiederkehrende Ohrprobleme sind oft ein Warnsignal.
Wenn Ohrentzündungen immer wieder auftreten, sollte immer nach einer zugrunde liegenden Allergie gesucht werden.
Achtung bei Ohrmedikamenten:
Nicht dauerhaft ohne Tierarzt einsetzen
Risiko für resistente Keime
Ursachen: Was löst Allergien beim Hund aus?
Allergien können durch viele Faktoren entstehen.
Häufige Auslöser:
Futtermittel (Eiweiße)
Umweltstoffe (Pollen, Gräser, Hausstaub)
Medikamente oder Insektenstiche
👉 Kurz erklärt:
Die Allergie entsteht meist durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren.
Symptom Hautreizung bei Allergie
Diagnose: Wie erkennt man eine Allergie?
Die Diagnose erfolgt meist im Ausschlussverfahren.
Wichtige Schritte:
Parasiten & Infektionen ausschließen
Symptome genau beobachten
Ausschlussdiät bei Futtermittelallergie
Der erste Schritt der Diagnose ist immer das Ausschließen von Parasiten, Infektionen und anderen Ursachen für Juckreiz.
Die Deutsche Gesellschaft für Veterinärdermatologie hat eine Liste von Allergieexperten erstellt und nennt dir einen auf Allergien spezialisierten Tierarzt in deiner Nähe.
Symptom: Juckreiz – Hund beißt sich
Futtermittelallergie beim Hund
Eine der häufigsten Ursachen für chronischen Juckreiz beim Hund.
Ursachen:
Reaktion auf Eiweiße im Futter (z. B. Rind, Huhn, Milchprodukte)
Typische Symptome:
Juckreiz (oft ganzjährig)
Hautprobleme an Ohren, Pfoten, Bauch
Wiederkehrende Ohrentzündungen
ggf. Durchfall
Futtermittelallergien zeigen sich häufig zuerst an Haut und Ohren – nicht nur im Magen-Darm-Trakt.
Diagnose:
Keine verlässlichen Bluttests
Wichtig:
Nur streng kontrolliertes Futter verwenden
Tierärztliche Begleitung notwendig
Umweltallergien
Sehr häufig – vergleichbar mit Heuschnupfen beim Menschen.
Auslöser:
Pollen, Gräser
Hausstaubmilben
Schimmel, Umweltstoffe
Verlauf:
Oft saisonal (Frühling/Sommer)
Oder ganzjährig (z. B. Milben)
Symptome:
Starker Juckreiz
Pfotenlecken
Hautentzündungen
Ohrprobleme
👉 Zitierfähig:
„Umweltallergien verursachen meist Juckreiz an Pfoten, Bauch und Gesicht und treten häufig saisonal auf.“
Diagnose:
Bluttest möglich
ggf. Intrakutantest
Therapie:
Desensibilisierung (langfristig)
symptomatische Behandlung
Flohspeichelallergie (Parasitenallergie)
Eine der häufigsten Allergien überhaupt.
Ursache:
Reaktion auf Flohspeichel
Besonderheit:
Schon ein einziger Floh kann Symptome auslösen
Symptome:
Extrem starker Juckreiz
Besonders an Rücken & Schwanzansatz
Hautentzündungen
Behandlung:
Konsequente Flohprophylaxe
Behandlung aller Tiere im Haushalt
Behandlung: Was hilft bei Allergien?
Allergien beim Hund sind meist nicht heilbar, lassen sich aber mit der richtigen Kombination aus Therapie und Management gut kontrollieren. Eine Kombination aus mehreren Maßnahmen ist am effektivsten.
Häufige Therapien:
Vermeidung des Allergens
Medikamente gegen Juckreiz & Entzündung
Cytopoint (Injektion, 4–8 Wochen Wirkung)
Oclacitinib (z. B. Apoquel)
Kortison (nur kurzfristig)
Desensibilisierung (Hyposensibilisierung)
Medizinische Shampoos & Hautpflege
Fazit: Allergien beim Hund auf einen Blick
Allergien sind häufig und betreffen viele Hunde – besonders Haut und Ohren sind oft betroffen
Typische Symptome sind Juckreiz, Pfotenlecken und wiederkehrende Ohrentzündungen
Häufige Ursachen: Futtermittel, Umweltallergene (Pollen, Milben) und Parasiten wie Flöhe
Wichtig: Ohrentzündungen sind oft Folge einer Allergie, nicht die eigentliche Ursache
Diagnose erfolgt schrittweise – zuerst Parasiten & Infektionen ausschließen, dann gezielt testen
Futtermittelallergien werden am zuverlässigsten über eine Ausschlussdiät erkannt
Umweltallergien können saisonal oder ganzjährig auftreten und sind per Bluttest nachweisbar
Allergien sind nicht heilbar, aber mit der richtigen Therapie gut kontrollierbar
Behandlung besteht meist aus Kombinationen: Allergenvermeidung, Medikamente, Hautpflege
Frühe Abklärung ist entscheidend, um chronische Beschwerden und Folgeprobleme zu vermeiden
👉 Merksatz:
Je früher eine Allergie erkannt wird, desto besser lassen sich die Symptome langfristig kontrollieren.