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Entwurmung beim Hund - Zeitpunkt, Ablauf, Kosten

Es ist unmöglich zu verhindern, dass dein Hund in Kontakt mit Würmern (beziehungsweise deren Eiern) kommt. Bei artgerechter Hundehaltung mit viel Auslauf in der Natur, sowie Spielen und Schnüffeln kommt es zwangsläufig zum Kontakt. Durch eine regelmäßige Entwurmung des Hundes soll ein Wurmbefall abgewehrt werden. Hier erfährst du, was bei der Gabe von Wurmkuren zu berücksichtigen ist.

Alle Infos zur Entwurmung beim Hund im tierärztlichen Ratgeber

Alle Infos zur Entwurmung beim Hund im tierärztlichen Ratgeber

1. Definition

Tierärzte, Tiergesundheitsratgeber und der ESCCAP (Verein Europäische Fachgruppe zu Parasiten bei Tieren) empfehlen eine regelmäßige Verabreichung einer Wurmkur unabhängig davon, ob ein Befall vorliegt. Eine Wurmkur meint eine Entwurmung mit chemischen Mitteln. Zweck der Entwurmung ist die Würmer, die möglicherweise im Darm des Hundes heranwachsen, abzutöten.

In Kontakt kommen Hunde am häufigsten mit Würmern durch die Ausscheidungen anderer Hund und Tiere. Jeder Hund schnuppert oder leckt an Pflanzen, Aas und Exkrementen. Dabei nehmen sie die Eier der Würmer über die Nase und den Mund auf. 

Die häufigsten Würmer des Hundes sind in Deutschland: Spulwürmer, Hakenwürmer, Bandwürmer (Fuchsbandwurm und Hundebandwurm), Lungenwürmer und Peitschenwürmer. 

Ein Befall mit den Parasiten führt beim Hund zu verschiedenen Symptomen. Die Symptome treten allerdings meist sehr spät auf. Unter anderem kann es zu (blutigen) Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Abmagerung und Juckreiz am Anus kommen. Bei einem fortgeschrittenen Befall verschlimmern sich die Symptome.

Ein Wurmbefall ist aber nicht nur für deinen Hund gefährlich, sondern auch für dich. Die Wurmeier befinden sich auch im Speichel des Hundes. Wenn dein Vierbeiner also sein Fell ableckt und dann von dir gestreichelt wird oder dich ableckt, kommt es zur Übertragung der Parasiten. Schwere Erkrankungen können durch den Befall innerer Organe durch den Parasiten ausgelöst werden. Gerade für Kinder ist eine Infektion sehr gefährlich. 

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2. Alternativen

Eine regelmäßige Wurmkur ist für den Halter finanziell und organisatorisch der geringste Aufwand. Jedoch gibt es auch eine Alternative, wenn man seinem Liebling die lebenslange Medikamenteneinnahme ersparen möchte. Die regelmäßige Kotanalyse zeigt, ob ein Wurmbefall vorliegt oder nicht. Dadurch muss eine Wurmkur nur verabreicht werden, wenn ein Nachweis über eine Infektion vorliegt. Diese Methode funktioniert jedoch nur, wenn sie auch wirklich konsequent durchgeführt wird. Es müssen dafür alle vier Wochen drei Kotproben, die über drei Tage gesammelt werden, beim Tierarzt eingereicht werden. Das ist ein recht großer Aufwand im Vergleich zur prophylaktischen Wurmkur, kann sich jedoch lohnen bei allergischen, kranken oder allgemein geschwächten Hunden. 

3. Zeitpunkt

Wann und wie oft eine Wurmkur verabreicht werden soll, wird unter Experten ausgiebig diskutiert. Die Häufigkeit hängt auch von der Gefährdung des Hundes ab. Besonders gefährdet sind Hunde, die mit auf die Jagd kommen und dort Beutetiere, Aas oder Kot von anderen Tieren fressen. Für diese Hunde wird eine Wurmkur von bis zu zwölfmal im Jahr empfohlen. Laut ESCCAP soll bei Hunden, die freien Auslauf mit Beaufsichtigung und Kontakt zu Artgenossen haben, aber in der Regel keinen Kot oder Aas fressen, viermal im Jahr eine Wurmkur bekommen. 

In jedem Fall sollte der Hunde bei akutem Wurmbefall entwurmt werden.

4. Ablauf

Es gibt viele Entwurmungspräparate von verschiedenen Herstellern und mit unterschiedlichen Wirkungsweisen. Deren Aufgabe ist, die Parasiten im Darm des Hundes abzutöten. Am häufigsten werden Wirkstoffe wie Milbemycinoxim und Praziquantel eingesetzt, da sie gegen die meisten Würmer wirken. Bei Milbemycinoxim wird die Muskulatur des Parasiten gelähmt (beziehungsweise verkrampft). Sie sterben ab und werden kurz danach ausgeschieden. 

Wenn eine akute Infektion vorliegt, muss vom Tierarzt abgeklärt werden, um welche Würmer es sich handelt. Nur so kann das richtige Präparat zur Bekämpfung der Parasiten ausgewählt werden. 

Die meisten Präparate sind Entwurmungstabletten, es gibt aber auch welche in Pastenform.

Innerhalb von 24 Stunden nach Verabreichung des Präparats werden die Würmer bekämpft. Für diese Zeit scheidet der Hund keine infektiösen Wurmeier mehr aus. Schnuppert er allerdings nach diesem Zeitraum an Kot mit Wurmeiern, steckt er sich wieder an.

5. Checkliste: Entwurmung bei deinem Hund


  • Auf nüchternen Magen erhöht sich die Wirksamkeit und der Schutz von Entwurmungstabletten
  • Sind die Tabletten im Fressen versteckt, ist die Entwurmung leichter
  • Bei mehreren Hunden in einem Haushalt sollten immer alle gleichzeitig entwurmt werden
  • Es können sich Nebenwirkungen wie Durchfall oder Erbrechen zeigen
  • Zusätzlich zur Wurmkur sollten die Decke und das Körbchen gereinigt und desinfiziert werden
  • Zur Vorbeugung der Ansteckung mit Würmern sollte der Hundekot auf dem Spaziergang stets angemessen entsorgt werden

6. Kosten

Die Preise für Entwurmungsmittel sind abhängig von der Wirkstoffmenge und der jeweiligen Packungsgröße. Die Kosten belaufen sich auf circa drei bis 20 Euro. Beim Tierarzt gibt es die Möglichkeit einzelne Tabletten zu bekommen und bei eventuellen Nebenwirkungen sofort auf ein anderes Mittel zu wechseln.

Die Kotuntersuchung kostet zwischen 15 und 30 Euro, wo bei Wurmbefall noch die Kosten für die Wurmkur hinzukommen.

7. Fazit

Die gesundheitliche Gefahr für Hunde durch eine Infektion mit Würmer ist sehr groß und muss immer schnellstmöglich mit einer Wurmkur behandelt werden. Wie du deinen Hund vorsorglich gegen einen Wurmbefall behandelst ist dir überlassen. Wenn du deinem Hund die Einnahme des Präparats so weit wie möglich ersparen willst und bereit bist den Aufwand zu betreiben, dann ist eine Kotanalyse eine gute Option. Eine Vorsorge irgendeiner Art muss jedoch passieren, da du sonst die Gesundheit deines Hundes, von dir und deinen Mitmenschen gefährdest. 

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