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FIV bei der Katze - Ursachen, Symptome, Behandlung

Das Immunsystem der Katze wird durch die Krankheit feline Immundefizienz-Virus, kurz FIV geschwächt. Sie ähnelt der Erkrankung AIDS beim Menschen und wird daher umgangssprachlich als Katzen-AIDS bezeichnet. Obwohl “Katzenaids” schlimm klingt und die Krankheit unheilbar ist, ist sie kein Todesurteil. Mit der richtigen Behandlung kann man auch FIV-infizierten Katzen ein langes und glückliches Leben ermöglichen.

Definition

FIV ist die Abkürzung für Felines Immundefizienz-Virus, das der Erreger für das Feline Immundefizienzsyndrom ist. Die Zellen des Immunsystems werden vom FIV angegriffen, wodurch der Körper einer erkrankten Katze nicht mehr in der Lage ist sich richtig gegen Krankheiten zu schützen. Dadurch ist die Gefahr bei FIV infizierten Katzen größer andere Krankheiten (sog. Sekundärkrankheiten) zu bekommen, als bei gesunden Katzen. Diese Sekundärkrankheiten sind häufig Krebs, Erkrankungen der Atemwege, der Haut und der Augen. Obwohl es der Erkrankung AIDS sehr ähnelt können sich Menschen nicht mit FIV infizieren. 

Ursachen

Weltweit ist das FIV verbreitet und Schätzungen zufolge sind circa 11 % der Hauskatzen Trägers des Virus. In Deutschland dagegen sind nur 3 % der Hauskatzen erkrankt. 

Es gehört zur Gruppe der Lentiviren. Typisch für diese Viren ist, dass sie sehr langsam fortschreitende, chronisch degenerative Krankheiten auslösen. 

Durch das Virus werden vor allem die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) der Katze, also die Zellen des Immunsystems angegriffen. Betroffen sind z.B. Lymphozyten, die Fremdstoffe erkennen und Makrophagen, die diese beseitigen. Wenn die Abwehrzellen nicht mehr funktionieren wird die Katze sehr anfällig für andere Erreger wie Viren, Pilze und Parasiten. Die Zerstörung der Abwehrzellen passiert jedoch sehr langsam und erst mit dem Fortschreiten der Erkrankung tritt die Immunschwäche ein.

Übertragung

FIV kann im Speichel und Blut der Katzen nachgewiesen werden. Die Hauptübertragung erfolgt daher vermutlich über Bisse bei z.B. Revierkämpfen. Eine Übertragung ist aber auch von Katzen an ihre Katzenwelpen bereits im Mutterleib über die Feten und später durch die Muttermilch möglich. Diese Übertragung ist jedoch eher die Ausnahme. 

Am häufigsten infizieren sich Freigängerkatzen, die viele Artgenossen in ihrer Gegend finden. Kater sind besonders häufig betroffen (Ungefähr ¾ aller Infizierten Katzen sind männlich), das erklärt sich durch aggressives Revierverhalten. Das Risiko verstärkt sich bei unkastrierten Katzen. Die stärkste Risikogruppe sind also unkastrierte, freilaufende Kater. Eine reine Wohnungskatze ist kaum gefährdet.

Eine Ansteckung ist nur unter Katzen möglich Hunde oder andere Tierarten können sich nicht infizieren. Außerhalb von Katzen ist das feline Immunschwächevirus nur wenige Sekunden bis Minuten überlebensfähig. Zudem kann es durch übliche Reinigungs- und Desinfektionsmittel unschädlich gemacht werden. 

Symptome

Durch das geschwächte Immunsystem treten Sekundärerkrankungen auf, die auch Auslöser von Symptomen sind, wodurch es schwierig ist die spezifischen Symptome von Katzenaids zu erkennen. Jedoch können verschiedene Anzeichen während des Verlaufs der Krankheit einen Verdacht auf FIV erregen.

Verlauf der Erkrankung

Nachdem sich eine Katze mit dem Virus infiziert hat folgt eine Inkubationszeit von sechs bis acht Wochen. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es erst nach dieser Zeit und auch die ersten klinischen Symptome können erst danach auftreten. Der Ablauf der Infektion wird in vier Stadien unterteilt.

1. Akute Phase

Diese Phase dauert ungefähr vier Monate. Die Katze beginnt nach dem Ausbruch sofort Virus-spezifische Antikörper zu produzieren. Trotz dieser starken Immunreaktion kann die Infektion nicht vollständig überwunden werden. In dieser Phase kann die Katze leichte Symptome wie Fieber, leicht geschwollene Lymphknoten, Abgeschlagenheit und Durchfall zeigen. Häufig bemerken die Besitzer allerdings gar nichts.

2. Asymptomatische Trägerphase

Die Katze erholt sich von der akuten Phase rasch und die Krankheit kommt scheinbar zum erliegen. Die Katze ist Träger, aber zeigt keine Symptome. Nur in einem Blutbild und einem FIV-Test zeigt sich die Erkrankung. Die Phase kann Monate bis Jahre dauern.

3. Unspezifische (AIDS-ähnliche) Phase

Die Abwehrkräfte lassen weiter nach, wodurch verschiedene Sekundärerkrankungen, wie Erkrankungen der Atemwege oder Krebs dazukommen können. Eindeutige Symptome des FIV sind daher schwer zu erkennen. Dennoch können sich typische Symptome wie Zahnfleischentzündungen, Verletzungen im Maul, auf der Haut und in den Augen zeigen. Zudem sieht das Fell der Katze ungepflegt aus und es kann Fieber auftreten. Dieses Stadium kann wenige Monate bis mehrere Jahre dauern. 

4. Terminalphase

Das Immunsystem bricht zusammen. Zu diesem Zeitpunkt leidet die Katze schon an verschiedenen Sekundärerkrankungen und verliert schnell an Gewicht. Die restliche Lebenserwartung beträgt in der Regel weniger als ein Jahr.

Diagnose

Um den Infektionsstatus einer Katze zu ermitteln, gibt es den FIV-Schnelltest. Vier Wochen nach einer möglichen Infektion ist dieser aussagekräftig. Im Test werden die Antikörper gegen das Virus bestimmt. Der Katze wird hierfür Blut abgenommen und innerhalb weniger Minuten gibt es das Ergebnis. Allerdings sollte jede Katze, die positiv getestet wurde, erneut durch eine labordiagnostische Untersuchung getestet werden, um eine sichere Diagnose zu haben. 

Allgemein wird empfohlen Katzen, die Freigang haben, einmal im Jahr auf FIV zu testen. Wenn sich eine Katze mit einer anderen blutig gebissen hat oder Symptome von Katzenaids zeigt, muss sie unbedingt getestet werden.

Behandlung

Eine FIV-positive Katze darf nur noch in der Wohnung gehalten werden. Das liegt daran, dass die Infektionsgefahr für andere Katzen zu groß ist und sie mit Fortschreiten der Krankheit ein zu schwaches Immunsystem hat, um alle gesundheitlichen Gefahren draußen zu bewältigen. Bei Katze die zusammen in einem Haushalt leben ist das Infektionsrisiko gering, wenn es keine Beißereien oder Rangkämpfe gibt. 

Es gibt keine Heilung für Katzenaids. Durch eine gute Therapie können infizierte Katzen jedoch lange und gut Leben.

Die Therapie verfolgt drei Ziele:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Vermehrung des Virus verlangsamen (durch antivirale Medikamente)
  • auftretende Sekundärerkrankungen behandeln

Für Katzen mit geschwächtem Immunsystem ist eine gute Ernährung und ein ruhiges Umfeld sehr wichtig. Der Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen sollte immer gedeckt sein. Es könnte daher sinnvoll sein die Ernährung mit dem Tierarzt abzusprechen.

Prognose

Eine FIV-positive Katze darf nur noch in der Wohnung gehalten werden. Das liegt daran, dass die Infektionsgefahr für andere Katzen zu groß ist und sie mit Fortschreiten der Krankheit ein zu schwaches Immunsystem hat, um alle gesundheitlichen Gefahren draußen zu bewältigen. Bei Katze die zusammen in einem Haushalt leben ist das Infektionsrisiko gering, wenn es keine Beißereien oder Rangkämpfe gibt. 

Es gibt keine Heilung für Katzenaids. Durch eine gute Therapie können infizierte Katzen jedoch lange und gut Leben.

Die Therapie verfolgt drei Ziele:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Vermehrung des Virus verlangsamen (durch antivirale Medikamente)
  • auftretende Sekundärerkrankungen behandeln

Für Katzen mit geschwächtem Immunsystem ist eine gute Ernährung und ein ruhiges Umfeld sehr wichtig. Der Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen sollte immer gedeckt sein. Es könnte daher sinnvoll sein die Ernährung mit dem Tierarzt abzusprechen.

Prävention

In Europa gibt es keinen Impfstoff gegen FIV. Die effektivste Prävention ist daher die Katze nicht nach draußen zu lassen. Das ist jedoch eine sehr starke Einschränkung und auch nicht nötig. Es gibt die Möglichkeit des gesicherten Freigangs durch Spaziergänge an der Leine oder Freigang im Garten. In jedem Fall sollte der Kontakt zu infizierten Katzen ausgeschlossen sein. Sehr effektiv ist es zudem die Katze kastrieren zu lassen. Blutige Revierkämpfe kommen bei unkastrierten Katzen sehr viel häufiger vor, als bei kastrierten. Zudem entfällt der Nackenbiss beim Deckakt, bei dem eine Infektion möglich ist.

Checkliste


  • Übertragung des FIV über Speichel und Blut, daher sind Freigängerkatzen stärker gefährdet
  • Für Menschen und andere Tierarten besteht keine Gefahr
  • Ein FIV-Schnelltest ist erst vier Wochen nach der Infektion aussagekräftig
  • Durch eine entsprechende Therapie wird das Immunsystem der Katze gestärkt und ein langes Leben ist möglich

Fazit

Die Übertragung des FIV-Virus geschieht über Blut und Speichel, in der Regel durch Bisse. Eine Impfung gibt es in Europa noch nicht. Jedoch ist ein positiver Test kein Todesurteil und ein schönes und langes Leben bei entsprechender Therapie gut möglich. Eine Kastration und ein kontrollierter Freigang sind effektive Präventionsmaßnahmen. 

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