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FIV Katze oder Katzenaids - Ursachen, Symptome, Behandlung

Das Immunsystem der Katze wird durch die Krankheit feline Immundefizienz-Virus, kurz FIV geschw√§cht. Sie √§hnelt der Erkrankung AIDS beim Menschen und wird daher umgangssprachlich als Katzen-AIDS bezeichnet. Obwohl ‚ÄúKatzenaids‚ÄĚ schlimm klingt und die Krankheit unheilbar ist, ist sie kein Todesurteil. Mit der richtigen Behandlung kann man auch FIV-infizierten Katzen ein langes und gl√ľckliches Leben erm√∂glichen.

felmo Ratgeber f√ľr Katzen - FIV bei der Katze

Alle Infos zum Felinen Immundefizienz-Virus bei der Katze

1. Definition Katzenaids

FIV ist die Abk√ľrzung f√ľr Felines Immundefizienz-Virus, das der Erreger f√ľr das Feline Immundefizienzsyndrom ist. Die Zellen des Immunsystems werden vom FIV angegriffen, wodurch der K√∂rper einer erkrankten Katze nicht mehr in der Lage ist sich richtig gegen Krankheiten zu sch√ľtzen. Dadurch ist die Gefahr bei FIV infizierten Katzen gr√∂√üer andere Krankheiten (sog. Sekund√§rkrankheiten) zu bekommen, als bei gesunden Katzen. Diese Sekund√§rkrankheiten sind h√§ufig Krebs, Erkrankungen der Atemwege, der Haut und der Augen. Obwohl es der Erkrankung AIDS sehr √§hnelt k√∂nnen sich Menschen nicht mit FIV infizieren. 

2. Ursachen f√ľr FIV

Weltweit ist das FIV verbreitet und Sch√§tzungen zufolge sind circa 11 % der Hauskatzen Tr√§gers des Virus. In Deutschland dagegen sind nur 3 % der Hauskatzen erkrankt. 

Es geh√∂rt zur Gruppe der Lentiviren. Typisch f√ľr diese Viren ist, dass sie sehr langsam fortschreitende, chronisch degenerative Krankheiten ausl√∂sen. 

Durch das Virus werden vor allem die wei√üen Blutk√∂rperchen (Leukozyten) der Katze, also die Zellen des Immunsystems angegriffen. Betroffen sind z.B. Lymphozyten, die Fremdstoffe erkennen und Makrophagen, die diese beseitigen. Wenn die Abwehrzellen nicht mehr funktionieren wird die Katze sehr anf√§llig f√ľr andere Erreger wie Viren, Pilze und Parasiten. Die Zerst√∂rung der Abwehrzellen passiert jedoch sehr langsam und erst mit dem Fortschreiten der Erkrankung tritt die Immunschw√§che ein.

3. √úbertragung

FIV kann im Speichel und Blut der Katzen nachgewiesen werden. Die Haupt√ľbertragung erfolgt daher vermutlich √ľber Bisse bei z.B. Revierk√§mpfen. Eine √úbertragung ist aber auch von Katzen an ihre Katzenwelpen bereits im Mutterleib √ľber die Feten und sp√§ter durch die Muttermilch m√∂glich. Diese √úbertragung ist jedoch eher die Ausnahme. 

Am h√§ufigsten infizieren sich Freig√§ngerkatzen, die viele Artgenossen in ihrer Gegend finden. Kater sind besonders h√§ufig betroffen (Ungef√§hr ¬ĺ aller Infizierten Katzen sind m√§nnlich), das erkl√§rt sich durch aggressives Revierverhalten. Das Risiko verst√§rkt sich bei unkastrierten Katzen. Die st√§rkste Risikogruppe sind also unkastrierte, freilaufende Kater. Eine reine Wohnungskatze ist kaum gef√§hrdet.

Eine Ansteckung ist nur unter Katzen m√∂glich Hunde oder andere Tierarten k√∂nnen sich nicht infizieren. Au√üerhalb von Katzen ist das feline Immunschw√§chevirus nur wenige Sekunden bis Minuten √ľberlebensf√§hig. Zudem kann es durch √ľbliche Reinigungs- und Desinfektionsmittel unsch√§dlich gemacht werden. 

4. Symptome

Durch das geschwächte Immunsystem treten Sekundärerkrankungen auf, die auch Auslöser von Symptomen sind, wodurch es schwierig ist die spezifischen Symptome von Katzenaids zu erkennen. Jedoch können verschiedene Anzeichen während des Verlaufs der Krankheit einen Verdacht auf FIV erregen.

Verlauf der Erkrankung

Nachdem sich eine Katze mit dem Virus infiziert hat folgt eine Inkubationszeit von sechs bis acht Wochen. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es erst nach dieser Zeit und auch die ersten klinischen Symptome können erst danach auftreten. Der Ablauf der Infektion wird in vier Stadien unterteilt.

1. Akute Phase

Diese Phase dauert ungef√§hr vier Monate. Die Katze beginnt nach dem Ausbruch sofort Virus-spezifische Antik√∂rper zu produzieren. Trotz dieser starken Immunreaktion kann die Infektion nicht vollst√§ndig √ľberwunden werden. In dieser Phase k√∂nnen sich leichte Symptome wie Fieber, leicht geschwollene Lymphknoten, Abgeschlagenheit und Durchfall bei der Katze zeigen. H√§ufig bemerken die Besitzer allerdings gar nichts.

2. Asymptomatische Trägerphase

Die Katze erholt sich von der akuten Phase rasch und die Krankheit kommt scheinbar zum erliegen. Die Katze ist Träger, aber zeigt keine Symptome. Nur in einem Blutbild und einem FIV-Test zeigt sich die Erkrankung. Die Phase kann Monate bis Jahre dauern.

3. Unspezifische (AIDS-ähnliche) Phase

Die Abwehrkr√§fte lassen weiter nach, wodurch verschiedene Sekund√§rerkrankungen, wie Erkrankungen der Atemwege oder Krebs dazukommen k√∂nnen. Eindeutige Symptome des FIV sind daher schwer zu erkennen. Dennoch k√∂nnen sich typische Symptome wie Zahnfleischentz√ľndungen, Verletzungen im Maul, auf der Haut und in den Augen zeigen. Zudem sieht das Fell der Katze ungepflegt aus und es kann Fieber auftreten. Dieses Stadium kann wenige Monate bis mehrere Jahre dauern. 

4. Terminalphase

Das Immunsystem bricht zusammen. Zu diesem Zeitpunkt leidet die Katze schon an verschiedenen Sekundärerkrankungen und verliert schnell an Gewicht. Die restliche Lebenserwartung beträgt in der Regel weniger als ein Jahr.

5. Diagnose

Um den Infektionsstatus einer Katze zu ermitteln, gibt es den FIV-Schnelltest. Vier Wochen nach einer m√∂glichen Infektion ist dieser aussagekr√§ftig. Im Test werden die Antik√∂rper gegen das Virus bestimmt. Der Katze wird hierf√ľr Blut abgenommen und innerhalb weniger Minuten gibt es das Ergebnis. Allerdings sollte jede Katze, die positiv getestet wurde, erneut durch eine labordiagnostische Untersuchung getestet werden, um eine sichere Diagnose zu haben. 

Allgemein wird empfohlen Katzen, die Freigang haben, einmal im Jahr auf FIV zu testen. Wenn sich eine Katze mit einer anderen blutig gebissen hat oder Symptome von Katzenaids zeigt, muss sie unbedingt getestet werden.

6. Behandlung

Eine FIV-positive Katze darf nur noch in der Wohnung gehalten werden. Das liegt daran, dass die Infektionsgefahr f√ľr andere Katzen zu gro√ü ist und sie mit Fortschreiten der Krankheit ein zu schwaches Immunsystem hat, um alle gesundheitlichen Gefahren drau√üen zu bew√§ltigen. Bei Katze die zusammen in einem Haushalt leben ist das Infektionsrisiko gering, wenn es keine Bei√üereien oder Rangk√§mpfe gibt. 

Es gibt keine Heilung f√ľr Katzenaids. Durch eine gute Therapie k√∂nnen infizierte Katzen jedoch lange und gut Leben.

Die Therapie verfolgt drei Ziele:

  • St√§rkung des Immunsystems
  • Vermehrung des Virus verlangsamen (durch antivirale Medikamente)
  • auftretende Sekund√§rerkrankungen behandeln

F√ľr Katzen mit geschw√§chtem Immunsystem ist eine gute Ern√§hrung und ein ruhiges Umfeld sehr wichtig. Der Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen sollte immer gedeckt sein. Es k√∂nnte daher sinnvoll sein die Ern√§hrung mit dem Tierarzt abzusprechen.

7. Prognose

Eine FIV-positive Katze darf nur noch in der Wohnung gehalten werden. Das liegt daran, dass die Infektionsgefahr f√ľr andere Katzen zu gro√ü ist und sie mit Fortschreiten der Krankheit ein zu schwaches Immunsystem hat, um alle gesundheitlichen Gefahren drau√üen zu bew√§ltigen. Bei Katze die zusammen in einem Haushalt leben ist das Infektionsrisiko gering, wenn es keine Bei√üereien oder Rangk√§mpfe gibt. 

Es gibt keine Heilung f√ľr Katzenaids. Durch eine gute Therapie k√∂nnen infizierte Katzen jedoch lange und gut Leben.

Die Therapie verfolgt drei Ziele:

  • St√§rkung des Immunsystems
  • Vermehrung des Virus verlangsamen (durch antivirale Medikamente)
  • auftretende Sekund√§rerkrankungen behandeln

F√ľr Katzen mit geschw√§chtem Immunsystem ist eine gute Ern√§hrung und ein ruhiges Umfeld sehr wichtig. Der Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen sollte immer gedeckt sein. Es k√∂nnte daher sinnvoll sein die Ern√§hrung mit dem Tierarzt abzusprechen.

8. Prävention

In Europa gibt es keinen Impfstoff gegen FIV. Die effektivste Prävention ist daher die Katze nicht nach draußen zu lassen. Das ist jedoch eine sehr starke Einschränkung und auch nicht nötig. Es gibt die Möglichkeit des gesicherten Freigangs durch Spaziergänge an der Leine oder Freigang im Garten. In jedem Fall sollte der Kontakt zu infizierten Katzen ausgeschlossen sein. Sehr effektiv ist es zudem die Katze kastrieren zu lassen. Blutige Revierkämpfe kommen bei unkastrierten Katzen sehr viel häufiger vor, als bei kastrierten. Zudem entfällt der Nackenbiss beim Deckakt, bei dem eine Infektion möglich ist.

9. Checkliste


  • √úbertragung des FIV √ľber Speichel und Blut, daher sind Freig√§ngerkatzen st√§rker gef√§hrdet
  • F√ľr Menschen und andere Tierarten besteht keine Gefahr
  • Ein FIV-Schnelltest ist erst vier Wochen nach der Infektion aussagekr√§ftig
  • Durch eine entsprechende Therapie wird das Immunsystem der Katze gest√§rkt und ein langes Leben ist m√∂glich

10. Fazit

Die √úbertragung des FIV-Virus geschieht √ľber Blut und Speichel, in der Regel durch Bisse. Eine Impfung gibt es in Europa noch nicht. Jedoch ist ein positiver Test kein Todesurteil und ein sch√∂nes und langes Leben bei entsprechender Therapie gut m√∂glich. Eine Kastration der Katze und ein kontrollierter Freigang sind effektive Pr√§ventionsma√ünahmen. 

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