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Mein Hund ist alt und krank. Kann ich nicht einfach abwarten bis er von alleine stirbt?

Der Wunsch, der uns alle als Hundebesitzer eint ist, dass unser Hund nach einem langen glücklichen Leben ohne unser Zutun einfach friedlich im Schlaf stirbt. Dies ist leider nur sehr selten der Fall. 

Der richtige Umgang auf den letzten Schritten

Wenn sich das Lebensende unseres Hundes abzeichnet, sei es durch Alter, durch schwere Erkrankung oder durch beides, sind wir als Tierhalter in der Pflicht. Der Wunsch, die schwerste aber dennoch wichtigste Entscheidung für unser Tier nicht treffen zu müssen, ist absolut verständlich, aber wir dürfen uns trotzdem nicht davor drücken. 

Die Frage, ob man bei dem 15jährigen schwerkranken Hund nicht einfach die Herztabletten absetzen könne, ist naheliegend. Die Antwort ist aber ein klares: Nein! Das Herz des Hundes würde nach Absetzen der Tabletten nicht einfach aufhören zu schlagen, sondern die Herzleistung würde sinken, damit käme es zu einem Rückstau des Blutes, zu Wasser in der Lunge und das Tier hätte das Gefühl, über Tage hinweg zu ertrinken. Das ist nicht fair! 

Wir dürfen unsere Tiere nicht leiden lassen! Auch nicht am Lebensende. Niemand soll verhungern, verdursten oder sonst wie verenden müssen, weil der Tierhalter der Meinung ist, dass das unnatürlich ist oder sich vor der Entscheidung drücken möchte. In der Natur würde ein geschwächtes Tier dem nächsten größeren Raubtier zum Opfer fallen, es würde nicht tagelang verhungern. 

Die Frage, wann es nun so weit ist, das Tier zu erlösen, müssen Sie gemeinsam mit Ihrem Tierarzt immer im Einzelfall besprechen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Sie als Tierhalter ein gutes Gespür dafür haben, wie es Ihrem Tier geht und wann es für das Tier nicht mehr zumutbar ist. Im Zweifelsfall hat Ihr Tier nichts davon, eine Woche länger gelebt zu haben, wenn es in dieser Zeit gelitten hat. Aber auch Ihr Tierarzt wird nie ein Tier einschläfern, wenn er nicht überzeugt davon ist, im Sinne des Tieres zu handeln. 

Deswegen: Reden Sie mit Ihrem Tierarzt und lassen Sie Ihr Tier einschläfern, wenn es soweit ist, auch wenn es schwer ist! 

Als letztes ein Appell in eigener Sache: Rufen Sie Ihren Tierarzt vorher an

Es wird vielleicht nicht immer möglich sein, spontan einen Hausbesuch zu arrangieren. Aber irgendeine Erleichterung findet sich immer. Sei es kurz vor oder nach der Sprechstunde die Praxis zu besuchen, ein Beruhigungsmittel zu geben oder in einem separaten Raum warten zu können. Niemand sollte in einem trubeligen Wartezimmer 2 Stunden auf die erlösende Spritze warten müssen.

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