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Arthrose Hund - Ursachen, Symptome, Behandlung

Bei Hunden ist die Gelenkerkrankung Arthrose weit verbreitet. Durchschnittlich leidet jeder f√ľnfte Hund an dem Gelenkverschlei√ü, der versteifte und schmerzende Gelenke hervorruft. Darf der Hund ins Auto springen? Was hilft f√ľr gesunde Gelenke, z.B. regelm√§√üige Bewegung? Was tun bei gr√∂√üerer Belastung der Gelenke? Braucht dein Hund ein k√ľnstliches Gelenk? Ob dein Hund m√∂glicherweise Arthrose hat und was du in dem Fall tun kannst, liest du in diesem Artikel.

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1. Definition Arthrose

Arthrose (syn. Osteoarthritis oder Arthrosis deformans) beim Hund bezeichnet eine degenerative Gelenkerkrankung (Gelenkabnutzung). Hierbei kommt es √ľber das alters√ľbliche Ma√ü hinaus zu Gelenkverschlei√ü oder Gelenkschwund, wodurch sich die Gelenkstruktur ver√§ndert. Die Erkrankung ist chronisch und nicht infekti√∂s, was den Unterschied zur Arthritis (Gelenkentz√ľndung) darstellt.¬†

Von einer Arthrose kann jedes Gelenk betroffen sein. Ist es betroffen, wird der Knorpel im Gelenk abgebaut. Das f√ľhrt dazu, dass die glatte Gelenkfl√§che, die die Funktion des Gelenks sicherstellt, abgeschliffen wird und auf Dauer komplett zerst√∂rt wird. Hierbei verkleinert sich h√§ufig das gesamt Gelenk, was mit Knochenzubildungen und Umbauprozessen im Gelenk zu einer zunehmenden Steifheit f√ľhrt. Dieser Prozess ist mit Schmerzen f√ľr das betroffene Tier verbunden.

Gesicht von Hund
Gesicht von Hund

2. Ursachen der Arthrose

Es gibt verschiedene Ursachen f√ľr das Problem. Um die Ursachen zu verstehen, ist es wichtig zwischen zwei Arten zu unterscheiden.

Primäre Arthrose

Es tritt eine chronische Erkrankung in einem Gelenk auf, dass zuvor von keiner Erkrankung oder Belastung betroffen war. Diese Form der Arthrose tritt seltener auf und als Ursache wird eine biologische Minderwertigkeit des Knorpelgewebes angenommen. Gr√ľnde hierf√ľr k√∂nnen folgende sein:

  • Schlechte Ern√§hrung

  • Stoffwechselst√∂rungen

  • schlechtere Durchblutung im Alterungsprozess

Sekundäre Arthrose

Diese Form entsteht aufgrund einer Vorbelastung des Gelenks. Hier kommen eine Vielzahl von Vorerkrankungen und Ursachen in Frage: 

  • Arthritis, gerade bei einer unzureichenden Ausheilung oder langen Dauer

  • erblich bedingte Fehlbildung von Gelenken, Bsp.: H√ľftgelenksdysplasie

  • Kreuzbandrisse

  • √úberbelastung der Gelenke, Bsp.: durch exzessives Training oder √úbergewicht

  • K√∂rperliche Merkmale einzelner Rassen, Bsp.: x-f√∂rmige Ausbildung der Ellenbogen bei englischen Bulldoggen, unnat√ľrlich lange R√ľcken in Verbindung mit kurzen Beinen bei Dackel und Bassets

Checkliste: Wann brauchst du einen Tierarzt?

Die Krankheit bleibt meist unentdeckt, bis ein erkrankter Hund Symptome zeigt. Es ist wichtig die Krankheit so fr√ľh, wie m√∂glich zu erkennen. Fallen dir an deinem Hund Auff√§lligkeiten in der Gangart, Haltung oder bei allt√§glichen Bewegungen auf oder du kannst Schwellungen der Gelenke f√ľhlen, dann solltest du dies von einem Tierarzt untersuchen lassen. Durch eine genau Beobachtung des Verhaltens deines Hundes kannst du dem Tierarzt bei der Diagnose helfen. Je fr√ľher eine Arthrose erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden.

3. Symptome

Der Prozess verläuft schleichend, also werden auch die Symptome erst langsam stärker. 

Erste Anzeichen können erkrankte Hunde in ihrer Bewegung zeigen. Hier ein paar Beispiele:

  • Bewegungsunlust¬†

Ein sonst aktiver Hund wird ruhiger, beim Spielen h√§lt er sich zur√ľck

Das Treppensteigen und Springen wird vermieden

  • Beim Spaziergang macht er kurze und abgehackte Schritte

  • Er hat Bewegungsprobleme gerade nach einer l√§ngeren Ruhephase

  • Beim sitzen zeigt er eine schiefe K√∂rperhaltung und streckt das betroffene Bein von sich

  • H√§ufiges wechseln der Liegeposition, um die schmerzenden Stellen zu entlasten

Die Bewegungsauff√§lligkeiten k√∂nnen nach einer gewissen ‚ÄúAufw√§rmphase‚ÄĚ weniger werden oder sogar verschwinden.

Im fortgeschrittenen Verlauf wird die Bewegungsschwierigkeit deutlicher und es zeigen sich möglicherweise zusätzliche Symptome:

  • Schwellungen an den betroffenen Gelenken

  • R√∂tungen und W√§rme an den Stellen, die betroffen sind

  • Bei Ber√ľhrungen der betroffenen Gelenke reagiert er empfindlich

  • Dauerschmerzen und dadurch Wesens√§nderungen, Bsp.: gereizt oder unruhig


Durch kaltes Wetter oder körperliche Beanspruchung wird der Schmerz größer, weshalb sich die Symptome deutlicher zeigen können.

4. Diagnose

Zur Diagnose einer Arthrose wird der Tierarzt sich die Bewegung deines Hundes genau anschauen und die Gelenke abtasten. F√ľr eine genau Beurteilung, ob ein Gelenkschaden vorliegt und wie stark der ist, wird ein R√∂ntgenbild aufgenommen. So kann der Tierarzt das betroffene Gelenk auch mit einem gesunden vergleichen. Dar√ľber hinaus kann es auch sein, dass die Computertomographie (CT) als weiteres Hilfsmittel angewendet wird, um ein detailgenaues Bild der betroffenen Stellen zu kriegen.¬†

In dem Fall, dass auch eine Gelenkentz√ľndung (Arthritis) nah liegt, wird der Arzt die Gelenkfl√ľssigkeit (Synovia) untersuchen. Dies wird mit Hilfe der Punktion gemacht, also dem Einstechen einer feinen Nadel in das betroffene Gelenk.

5. Behandlung

Eine Arthrose ist nicht wieder heilbar, da der zerst√∂rte Knorpel nicht ‚Äúrepariert‚ÄĚ werden kann. Das Ziel der Behandlung ist also das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen, indem der Verlauf aufgehalten oder zumindest einged√§mmt wird. Eine Behandlung der Arthrose ist im Regelfall f√ľr den Rest des Lebens.¬†¬†

Die Behandlung wird damit begonnen, dass dem erkrankten Hund schmerzstillende, entz√ľndungshemmende und abschwellende Medikamente verabreicht werden. Wenn er n√§mlich Schmerzen in einem Gelenk versp√ľrt, verlagert er sein Gewicht, um dieses zu schonen. Das kann wiederum zur √úberbelastung anderer Gelenke f√ľhren. Durch die medikament√∂se Behandlung soll bezweckt werden, dass er sich wieder normal und ohne Schmerzen bewegen kann. Zus√§tzlich dazu k√∂nnen gegen die Schmerzen auch physikalische Therapien helfen, wie Hitzebehandlungen, feuchtwarme Kompressen, kalte Umschl√§ge (Kryotherapie) oder Sto√üwellentherapie.

F√ľr die weitere Behandlung gibt es verschiedene M√∂glichkeiten, jedoch basieren alle auf Konsequenz, damit das Fortschreiten der Krankheit so langsam wie m√∂glich geschieht.

Gerade bei einem Hund mit Arthrose ist es wichtig, darauf zu achten, dass er kein Übergewicht hat. Jedes Gramm belastet das Gelenk zusätzlich und fördert den Knorpelverschleiß.

Zur Orientierung, was ein gesundes K√∂rpergewicht f√ľr deinen Hund ist, hilft der Body Condition Score (BCS). Demnach sollten bei deinem Hund die Rippen tastbar, die Taille von oben gut sichtbar und bei seitlicher Betrachtung die Bauchlinie leicht hochgezogen sein.¬†

Das gesunde Körpergewicht lässt sich erreichen durch eine Kombination aus mäßiger Bewegung (kein exzessives Training) und guter Ernährung. 

Die Ern√§hrung kann durch Nahrungserg√§nzungsmittel erweitert werden oder auf Di√§tfutter umgestellt werden. Auf dem Markt gibt es eine gro√üe Auswahl an Produkten mit Inhaltsstoffen, die die Symptomatik vermindern (Omega-3-Fetts√§uren) oder die Gelenke unterst√ľtzen (Gr√ľnlippmuschelextrakt).

Besonders Schwimmen ist f√ľr Hunde mit Arthrose eine gute Aktivit√§t. Ansonsten kann es sich lohnen einen Tierphysiotherapeuten zu rate zuziehen. Eine Therapie besteht aus aktiven und passiven Bewegungs√ľbungen, wodurch der Bewegungsradius aufrecht erhalten wird und die Muskeln gest√§rkt werden, was gerade f√ľr das betroffene Gelenk entlastend wirkt.¬†

Je nachdem welches Gelenk betroffen ist, gibt es auch die M√∂glichkeit einer operativen Behandlung. F√ľr Schulter- und Fu√üwurzelgelenke gibt es die M√∂glichkeit der Versteifung (Arthrodese), womit der schmerzfrei wird. F√ľr das H√ľftgelenk gibt es die M√∂glichkeit, einen Teil des Gelenks zu entfernen. So kann die Bewegungsfreiheit aufrechterhalten bleiben und die Schmerzen sind weg. Mittlerweile gibt es sogar Prothesen f√ľr H√ľft-, Ellbogen- und Kniegelenk.

6. Prognose

Arthrose kann eine schmerzhafte Krankheit sein, jedoch ist sie nicht t√∂dlich. F√ľr eine genaue Prognose sind eine Vielzahl von Faktoren wichtig, weshalb sie f√ľr jeden Hund einzeln zu stellen ist.¬†

Zun√§chst muss gepr√ľft werden, welches Gelenk betroffen ist, oder m√∂glicherweise sogar mehrere. Au√üerdem wird geschaut, wie schwer das Gelenk betroffen ist. Nach dem Beginn der Behandlung wird man beobachten, wie das Tier auf die Therapie reagiert. Und zuletzt, ob eine Operation m√∂glich ist.

Trotz Arthrose ist ein schmerzfreies und langes Leben f√ľr betroffene Hunde m√∂glich.

7. Prävention

Es gibt keine Garantie zur Vorbeugung der Erkrankung. Ein Risiko ist f√ľr Hunde stets gegeben. Wichtig ist es jedoch auf eine gesunde Ern√§hrung und ausreichend Bewegung zu achten.

Gerade bei Welpen (aber auch später) solltest du auf eine ausgewogene Ernährung achten, um Skelettentwicklungsstörungen und Übergewicht zu vermeiden. 

Regelm√§√üige Bewegung ist f√ľr gesunde Gelenke bei √§lteren Tieren sehr wichtig. Umso wichtiger ist es, herauszufinden welche Bewegung deinem Hund gut tut. Du solltest die physischen Anforderungen deines Vierbeiners beachten. Er sollte altersgerecht und seinen k√∂rperlichen Dispositionen entsprechend k√∂rperlich ausgelastet, aber nicht √ľberlastet werden. F√ľr manche Vierbeiner ist es zum Beispiel nicht so einfach ins Auto zu springen oder Treppen zu laufen. Informier dich am besten, was gut und was schlecht f√ľr die Gelenke deines Lieblings ist.

8. Fazit

Eine Arthrose muss unbedingt behandelt werden. Durch die Erkrankung entstehen starke Schmerzen, die den betroffenen Hund stark in seiner Bewegungsfreiheit einschr√§nken. Wenn du Bewegungsunlust und Gelenkschwellungen oder -Schmerzen bei deinem Vierbeiner feststellst, z√∂gere nicht zum Tierarzt zu gehen. Je fr√ľher sie erkannt wird, desto erfolgversprechender ist die Eind√§mmung der Gelenkerkrankung.

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