Durchfall bei der Katze - Symptome, Ursachen, Behandlung, Durchfall bei der Katze nach Antibiotika

Deine Katze hat Durchfall, isst aber normal? Deine Katze hat Durchfall nach Antibiotika?

Durchfall (Diarrhö) bei Katzen ist zunächst einmal ein natürlicher Reinigungsprozess des Körpers. Wenn dein Liebling aber mehrere Tage lang einen flüssigen Stuhlgang hat und sich nicht mehr vom Katzenklo wegbewegt, solltest Du sie auf jeden Fall untersuchen lassen. Gerade bei sehr jungen oder sehr alten Katzen kann anhaltender Durchfall lebensgefährlich werden! 

Hier findest Du Infos, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Außerdem gibt es verschiedene Hausmittel für Katzen mit Durchfall.

1. Definition Durchfall

Durchfall bei Katzen, auch Diarrhö genannt (von griechich: dia = durch und rhoes = Fluss), bezeichnet das vermehrte Ausscheiden von meist flüssigem Kot. Durchfall tritt bei Katzen sehr viel seltener auf, als bei Hunden. Es handelt sich dabei nicht um eine Krankheit, sondern um ein Symptom, das viele Ursachen haben kann. Wenn der Durchfall mehr als 2 Tage anhält, musst du deinen Liebling tierärztlich untersuchen lassen. Der hohe Flüssigkeitsverlust kann gerade junge und alte Tiere stark dehydrieren und am Ende lebensbedrohlich werden. Außerdem kann es sich um virale Infektionen wie die Katzenseuche handeln, die schnell behandelt werden müssen.

Wann zum Tierarzt?

Bei diesen Symptomen solltest du deine Katze dem Tierarzt vorstellen:

  • Durchfall seit mehr als 3 Tagen

  • Blutiger oder schwarzer Kot

  • Über 40 Grad Fieber

  • Austrocknung

  • Erbrechen und/oder Bauchschmerzen

2. Ursachen für Durchfall

1 - Durchfall aufgrund von Infektionen

Folgende Infektionen können Grund für den Durchfall bei deiner Katze sein:

2 - Durchfall aufgrund von Erkrankungen

Häufig sind Erkrankungen Auslöser für den Durchfall bei Hund oder Katze. Der Tierarzt wird Dein Haustier genau untersuchen, um es dann dementsprechend behandeln zu können. Die folgenden Krankheiten können zu Durchfall führen:

  • Bauchspeicheldrüsenentzündung

  • Hormonelle oder Autoimmunerkrankungen

  • Entzündungen der Organe

3 - Durchfall durch falsche Ernährung

Akuter Durchfall führt am häufigsten darauf zurück, dass Deine Katze etwas gefressen hat, was sie einfach nicht verträgt. Dein Tierarzt kann Dir helfen herauszufinden, was Dein Haustier nicht verträgt.

4 - Durchfall nach Antibiotika

Wenn Deine Katze Durchfall nach der Einnahme von Antibiotika oder einer Wurmkur bekommt, verschwindet dieser in der Regel auch schnell wieder. Da die Magen-Darm-Flora durch diese Medikamente gestört werden kann, bietet sich hier die Unterstützung durch Gabe von Probiotika an.

5 - Andere Ursachen für Durchfall

Schließlich kommen noch andere Umwelteinflüsse als Ursache für den Durchfall Deiner Fellnase in Betracht: Stress, Angst oder Aufregung führen beispielsweise auch zu einem nervösen Verdauungssystem.

Katze hat Durchfall
Katze hat Durchfall

3. Arten von Durchfall

Durchfall kann bei Katzen die unterschiedlichsten Formen annehmen:

  • flüssiger Kot

  • blutiger, flüssiger Kot

  • grüner, schleimiger Durchfall

  • Brechdurchfall (Durchfall und Erbrechen gleichzeitig)

  • Blähungen und Pupsen beim Stuhlgang

  • häufiger Kotabsatz

Durchfall kann alleine auftreten, aber auch verschiedene Begleiterscheinungen bei Deiner Katze mit sich bringen. Apathie, Abgeschlagenheit, oder Müdigkeit gehören dabei zu den “harmloseren” Symptomen, wenn der Durchfall nicht lange anhält.

Wenn Deine Katze sich jedoch auch erbricht, blutet oder Fieber bekommt, sollte Dich das alarmieren. Zeigt Deine Katze Schmerzen beim Kot absetzen, indem sie faucht oder miaut? Insbesondere wenn Deine Katze noch sehr jung ist, musst Du so schnell wie möglich einen Tierarzt rufen!

Gerade bei Durchfall und Erbrechen kann der Transport einer kranken Katze zum Tierarzt äußerst unangenehm für Dich und deinen Liebling sein. Deshalb machen unsere Tierärzte Hausbesuche und ersparen Dir diesen anstrengenden Weg - ganz ohne Anfahrtskosten.

4. Diagnose der Ursache von Durchfall

Wenn der Durchfall bei Katzen nur kurzzeitig vorkommt und mild verläuft, ist in der Regel keine aufwendige Diagnose nötig. In diesem Fall müssen lediglich schwere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Hält der Durchfall jedoch länger an, oder es treten schwere Begleiterscheinungen auf, muss die Katze genauer untersucht werden.

In diesem Fall wird der Kot der Katze durch eine Kotprobe auf Parasitenbefall oder eine bakterielle Infektion untersucht. Eine Blutuntersuchung kann außerdem Aufschluss darüber geben, ob Entzündungen, Viren oder erkrankte Organe die Ursache für den Durchfall sind. Oft werden auch die Bauchspeicheldrüsenwerte überprüft, da die Bauchspeicheldrüse für die Produktion der Verdauungsenzyme verantwortlich ist. Ein Check der Elektrolyte kann Hinweise auf mögliche Grunderkrankungen wie Morbus Addison geben.

Manchmal müssen Röntgen- oder Ultraschall-Untersuchungen vom Bauchraum vorgenommen werden, um auf tumoröses Geschehen oder Fremdkörper im Bauch zu untersuchen.

5. Behandlung von Durchfall

Je nach der Ursache für den Durchfall sind verschiedene Behandlungen nötig.

Bei leichtem Durchfall kann es reichen, Deine Katze ein bis zwei Tage nur mit Schonkost zu füttern und ausreichend Trinken zu geben.

Bei schwerem oder langem Durchfall solltest Du insbesondere bei Kittens schnell den Tierarzt aufsuchen.

Dein Tierarzt kann Dir helfen und sowohl über eine klinische Untersuchung als auch über Laboruntersuchungen sehr viel rausfinden. Aber egal ob es sich um Stress, eine Lebensmittelunverträglichkeit oder aber eine Katzenkrankheit handelt, in jedem Fall ist eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung für Deinen Liebling lebenswichtig. Durch den flüssigen und häufigen Kotabsatz verliert das Tier viel Flüssigkeit und Elektrolyte.

Zu Beginn der Behandlung, möglicherweise sogar vor der Diagnose, wird Deine Katze also erstmal symptomatisch behandelt: Der Ersatz von Flüssigkeit, Elektrolyten, Diät, Stoppen des Durchfalls, und ggf. die Behandlung von Bauchschmerzen sorgen dafür, dass es Deiner Katze (und Dir) erstmal besser geht. Nach gefundener Ursache wird auch diese gezielt behandelt, um Dein Tier dauerhaft von den Durchfallbeschwerden zu befreien.

6. Prognose bei Durchfall

Die Prognose bei Durchfall hängt von der Ursache und der Behandlung ab, sowie vom Immunstatus und Alter Deiner Katze. Je länger Durchfall anhält, desto mehr leidet auch das Immunsystem Deines Lieblings darunter. Oft vergeht leichter Durchfall bei der Katze aber relativ schnell wieder und hinterlässt keine Folgeschäden.

Gerade bei schwerem Durchfall können verschiedene Krankheiten dahinterstecken. In diesem Fall kann es insbesondere für Kittens lebensgefährlich werden. Deshalb gilt es schnell zu handeln! Wenn Du schnell einen Tierarzt rufst, und Dein Tier medizinisch gut versorgt wird, hast Du meist gute Chancen den Durchfall los zu werden.

7. Prävention

Du kannst Durchfall bei Deiner Katze vorbeugen, wenn du auf einige grundsätzliche Dinge achtest.

Lass Deine Katze unbedingt regelmäßig entwurmen, um Parasitenbefall zu verhindern. Dein Tierarzt erstellt einen individuellen Plan für deinen Liebling, um den Schutz gegen Infektionen von Parasiten zu gewährleisten. Auch der Impfschutz sollte immer aufrecht erhalten werden und ist insbesondere bei jungen Katzen sehr wichtig.

Wichtig ist auch die Futterhygiene: Die Näpfe Deiner Katze sollten regelmäßig gereinigt und ausgewechselt werden.

Wenn der Durchfall häufig auftritt oder lange anhält, ohne schwere Begleiterscheinungen, solltest Du deine Katze auf Unverträglichkeiten testen lassen. Womöglich hat sie eine Allergie und verträgt das Futter nicht.

8. Fazit

Wenn Deine Katze Durchfall hat, kann das verschiedenste Ursachen haben. Manche davon sind harmlos und lassen sich leicht beheben, wie zum Beispiel das falsche Futter. Wenn es weitere Begleiterscheinungen gibt, deutet es jedoch auf eine Krankheit hin. Gerade wenn deine Katze noch jung ist, solltest Du schnell einen Tierarzt rufen!

  • Die sogenannte "Grundimmunisierung" bezeichnet die Immunisierung eines Organismus durch eine oder mehrere Impfungen für den Aufbau eines stabilen Immunschutzes. Bei Katzen wird die Grundimmunisierung ab der 8. Lebenswoche empfohlen und umfasst eine Impfung gegen die Katzenseuche und die Haupterreger des Katzenschnupfens (RCP-Impfung). Wenn deine Katze Freigänger ist, fallen eventuell weitere Impfungen an.

    Bei Hunden empfiehlt sich die Grundimmunisierung ab der 8. Lebenswoche. Meist sind dies 2 - 3 Spritzen im Abstand weniger Wochen. Je nach Rasse und individuellen Lebensumständen empfehlen sich hier verschiedene Impfungen.

  • Ja, denn selbst wenn du in einem sehr sauberen Haushalt lebst können sich unbemerkt Wurmeier einnisten. Die Wurmeier können von dir zum Beispiel über Straßenschuhe hineingetragen worden sein.

    Daher sollten auch Katzen, die ausschließlich in der Wohnung leben, jährlich entwurmt werden. Nur so kann die Gesundheit von allen Zweibeinern und Vierbeinern in der Wohnung sichergestellt werden. Wie oft eine Entwurmung nötig ist, finden wir mit dir in einer individuellen Beratung heraus!

  • Ein Wurmtest kann jederzeit durchgeführt werden, da er keine gesundheitliche Auswirkung auf deine Fellnase hat. Du kannst jederzeit überprüfen ob ein Wurmbefall vorliegt oder ob die letzte Wurmkur wirksam war. Wurmkuren wirken nicht prophylaktisch und daher ist der Wurmtest eine gute Ergänzung bzw. Alternative zur konventionellen prophylaktischen Entwurmung.

    Bei Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall ist eine Kotuntersuchung sinnvoll, denn hier lassen sich die Ursachen ganz leicht finden. Auch wenn du unnötige Wurmkuren vermeiden möchtest, macht eine Kotuntersuchung Sinn: Mit dem Wurm-Check kannst du erstmal herausfinden, ob bei deinem Haustier überhaupt ein Wurmbefall vorliegt.

    Vor allem bei folgenden Symptomen ist eine Kotuntersuchung nötig:

    • Erbrechen

    • Durchfall

    • Blähungen 

    • starker Gewichtsverlust

  • Wie oft du deinem Hund oder deiner Katze ein Breitband-Anthelminthikum verabreichen oder einen Wurmtest durchführen solltest, hängt ganz von den individuellen Lebensumständen und Gewohnheiten ab.

    Je nach Alter, Ernährung und Haltung deines Tieres ist sein Risiko, sich mit Würmern anzustecken, unterschiedlich hoch. Mehr Informationen zu Würmern bei Katzen oder Entwurmung beim Hund findest du im felmo Ratgeber.

  • Zur Behandlung und Vorbeugung von Ektoparasiten empfehlen wir Kautabletten, Spot-ons oder Halsbänder, die dir von unseren Tierärzten verschrieben werden. Auf frei verkäufliche Präparate solltest du lieber nicht zurückgreifen, da diese teilweise keinen zugelassenen Wirkstoff, sondern z.B. ätherische Öle enthalten, deren Wirksamkeit nicht geprüft ist. 

    Kautabletten kannst du entweder pur oder mit dem Futter verabreichen. Achte jedoch darauf, dass dein Haustier sie vollständig verzehrt. Durch den Magen-Darm-Trakt werden die Wirkstoffe im Blutkreislauf aufgenommen. Diese verbreiten sich schnell auf der Körperoberfläche, sodass anhaftende Parasiten diese aufnehmen und absterben. In regelmäßigen Abständen sollte dein Haustier eine Wurmkur bekommen. Wir helfen dir, den richtigen Intervall herauszufinden.

    Spot-ons sind Lösungen, die auf die Haut deiner Fellnase aufgetropft werden. Dein Haustier sollte die behandelte Stelle nicht mit der Zunge erreichen und das Präparat muss direkt auf die Haut aufgetragen werden, um optimal zu wirken. Warte nach dem Auftragen einige Stunden, bis du deinem Liebling wieder Streicheleinheiten schenkst, ihn badest oder ihn mit anderen Haustieren in Berührung kommen lässt, damit das Präparat vollständig einziehen kann. 

    Halsbänder, die du deinem Haustier umbinden kannst, funktionieren auch über einen Wirkstoff, der sich auf der gesamten Hautoberfläche ausbreitet und zum Absterben von Parasiten führt. Der Zecken- und Flohschutz durch Halsbänder ist meist am längsten wirksam (bis zu 8 Monaten) und schützt vor Bissen sowie vor Krankheiten, die durch die Parasiten übertragen werden können.

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