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Bluthochdruck bei Katzen - Ursachen, Symptome, Behandlung

Unsere Katzenlieblinge bleiben immer länger an unserer Seite. Aber je älter deine Katze wird, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck. Gerade bei alten Katzen sollte regelmäßig Bluthochdruck gemessen werden.

1. Definition

Bei Bluthochdruck (Hypertension) ist der Blutdruck dauerhaft erhöht und belastet dadurch Kreislauf und Organe. Diese Erkrankung ist gerade bei älteren Katzen nicht selten und kann die Lebensqualität und Lebens­erwartung deutlich beeinträchtigen. Im Durchschnitt leidet etwa jede 8. ältere Katze unter Bluthochdruck. 

2. Ursachen für Bluthochdruck bei Katzen

Ein zu hoher Blutdruck bei Katzen kann vielfältige Ursachen haben. In den meisten Fällen liegt eine andere Erkrankung zugrunde, beispielsweise eine chronische Nierenerkrankung oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

Bluthochdruck kann allerdings auch z. B. durch Übergewicht oder bestimmte Medikamente verursacht werden. In manchen Fällen kann trotz eingehender Untersuchungen keine Ursache gefunden werden („idiopathische Hypertension“).

Untersuchung Katze
Untersuchung Katze

3. Symptome bei Bluthochdruck bei Katzen

Erste Hinweise können oftmals die Symptome einer zugrundeliegenden Erkrankung sein (z.B. übermäßi­ger Durst mit vermehrtem Urinabsatz, Abmagerung, struppiges Fell, Erbrechen, verminderter Appetit oder Heißhunger).

Deswegen sollten Katzen, die bekannter­maßen unter einer solchen Grunderkrankung leiden, regelmäßige Blutdruckkontrollen erhalten. Sind schon Organe geschädigt, kann es zu plötzlicher Erblindung, Krampfanfällen, Verhaltensauffälligkeiten, Verschlech­terung der Nierenfunktion oder Herzschwäche kommen.

Spätestens ab einem Alter von 9 Jahren sollte eine Blutdruckmessung zur jährlichen Vorsorgeuntersuchung dazugehören. Manche Experten raten sogar schon zu regelmäßigen Blutdruckmessungen ab einem Alter von 7 Jahren. Außerdem sollte bei chronischer Nieren­ erkrankung, Schilddrüsenüberfunktion, Übergewicht, bestimmten Medikamenten und auffälligen Symptomen unbedingt regelmäßig der Blutdruck kontrolliert werden.

Checkliste

  • Übermäßi­ger Durst mit vermehrtem Urinabsatz

  • Abmagerung

  • Struppiges Fell

  • Erbrechen

  • Verminderter Appetit / Katze frisst nicht

  • Heißhunger

4. Behandlung von Bluthochdruck

Da meistens eine andere Erkrankung die Ursache ist, muss immer zuerst die Ursache abgeschaltet bzw. abgeklärt werden. Danach kann auch der Blutdruck gesenkt werden. Lediglich den Blutdruck messen und dann Medikamente verabreichen wird leider nicht funktionieren.

Glücklicherweise gibt es mittlerweile auch für Tiere zugelassene Medikamente, die den Blutdruck auf einen normalen Wert absenken. 

Leider ist Bluthochdruck nicht heilbar. Dennoch kann der Blutdruck mit Hilfe von Medikamenten in einem Normalbereich gehalten werden. Wichtig ist hierbei, dass die Medikamente dauerhaft gegeben und nicht eigenständig abgesetzt werden. Auch wenn Dir als Besitzer vielleicht keine Wirkung der Medikamente auffällt, schützen die Medikamente innere Organe vor schwerwiegenden Schäden und bewirken somit, dass gar nicht erst Symptome auftreten. 

Auch unter Therapie muss der Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden (ca. 2–4 Mal pro Jahr), um eine optimale Behandlung für Deine Katze zu gewährleisten.

5. Diagnose von Bluthochdruck

Nein, die Blutdruckmessung ist für Deine Katze über­haupt nicht schmerzhaft. Sie erfolgt, ähnlich wie beim Menschen, mit einer aufblasbaren Druckmanschette, die entweder an einer Gliedmaße oder am Schwanz angebracht wird. Hierfür muss Deine Katze lediglich eine kurze Zeit stillhalten. Der Vorgang wird eventuell zur Sicherheit nochmals wiederholt.

Blutdruck ist natürlich sehr abhängig von der Aufregung, die Deine Katze empfindet. Es empfiehlt sich daher ein Hausbesuch für die Messung, da der Tierarzt in heimischer Umgebung viel bessere Werte erhält.

Natürlich kann es auch passieren, dass die Katze auch im Hausbesuch unglaublich aufgeregt ist und das Messen nicht möglich ist, oder die Werte erhöht sind. In jedem Fall sind die Chancen für eine aussagekräftige Messung allerdings besser als in der Praxis.

Blutdruckmessung im Hausbesuch

Mit felmo kannst du den Blutdruck deiner Katze ganz entspannt Zuhause überprüfen lassen.

Mehr Informationen zur Blutdruckmessung

Fazit zum Bluthochdruck von Tierärztin Katrin

"Besonders bei alten Katzen sollte regelmäßig der Blutdruck überprüft werden. Denn gerade alte Katzen haben die typischen Alterserkrankungen mit erhöhtem Blutdruck extrem häufig.

Blutdruck ist natürlich sehr abhängig von der Aufregung. In meiner Erfahrung bekommen wir zu Hause viel bessere Werte, als in der Praxis!"

  • Dr.med.vet. Katrin Noffke

Berlin Tierärztin Frau Katrin Noffke
Katrin Noffke
Tierärzt(in)
  • Bei Hunden und Katzen sollte der obere (systolische) Blutdruck bei 110 bis 140 mmHg und der untere (diastolische) Blutdruck bei 60 – 80 mmHg liegen.

    In der Realität liegen die Werte aber normalerweise etwas höher, weil die Tiere immer etwas aufgeregt sind. Festgehalten zu werden ist für viele Tiere enorm aufregend, selbst wenn die Tierärzt:innen noch so ruhig und schonend vorgehen.

  • Besonders bei Katzen ab 7 Jahren empfiehlt sich das Messen des Blutdrucks 1x pro Jahr. Denn gerade alte Katzen haben die typischen Alterserkrankungen mit erhöhtem Blutdruck extrem häufig.

    Bei alten Hunden macht das Blutdruckmessen zur Vorsorge natürlich auch Sinn - allerdings ist es nicht so extrem wichtig, wie bei Katzen.

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