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Parvovirose beim Hund – Ursachen, Symptome, Behandlung

Das weltweit verbreitete Canine Parvovirus löst bei Hunden (und Katzen) die hochansteckende Virusinfektion Parvovirose hervor. Unbehandelt kann die Infektionskrankheit, auch Hundeseuche genannt, tödlich enden.

In diesem Artikel erfährst du ob Parvovirose beim Hund heilbar ist, wie sich Hunde mit Parvovirose anstecken und was häufige Symptome sind.

1. Definition der Parvovirose

Parvovirose, auch Hundeseuche genannt, wird durch das Canine Parvovirus (CPV) hervorgerufen. Für den Menschen ist das Virus jedoch ungefährlich. Es handelt sich um eine schwere Magen-Darm-Infektion. Das Virus befällt vor allem den Dünndarm, Knochenmarkszellen, sowie lymphatische Zellen in Thymus und Milz.

Gefährlich sind Parvoviren insbesondere durch ihre Widerstandsfähigkeit. Um sie zu töten sind spezielle Desinfektionsmittel erforderlich. Bei Zimmertemperatur überleben die Viren im Kot bis zu 6 Monaten. Leider sind die Viren sehr tolerant: Sie überleben einen pH-Bereich von 3 bis 11 und Temperaturen von bis zu 70 Grad.

Hund gähnt
Hund gähnt

2. Wie stecken sich Hunde mit Parvovirose an?

Parvoviren werden über die Kotausscheidung von infizierten Tieren, damit kontaminierten Gegenständen oder Futter übertragen. Dein Hund kann infizierten Kot auch über das Lecken von Fell, Händen, Kleidung, Schuhen oder auch verunreinigtem Futter aufnehmen und sich so anstecken.

2.1 Wie lange ist ein Hund ansteckend?

Die Virusausscheidung im Kot beginnt mit der Ansiedlung und Vermehrung des Virus in den Darmkrypten etwa 3–7 Tage nach der Infektion. Ein infizierter Hund kann bereits andere Tiere anstecken, wenn er noch keine Krankheitssymptome zeigt. Hunde mit diesem Magen-Darm-Infekt sind ca. 14 Tage lang ansteckend, das heißt sie scheiden ca. 2 Wochen lang Viren im Kot aus. In seltenen Fällen kann die Virusausscheidung auch länger anhalten, allerdings scheinen Dauerausscheider nicht vorzukommen.

Die Inkubationszeit von Parvoviren beträgt 7 bis 14 Tage, das bedeutet: Vom Zeitpunkt des Kontaktes mit einem erkrankten Hund bis zum klinischen Krankheitsausbruch verstreichen ca. 7–14 Tage.

Parvoviren zeichnen sich durch eine sehr hohe Tenazität aus. Sie können einen breiten pH-Bereich von 3–11 oder 30 Minuten bei 70 °C überleben. Bei Raumtemperatur bleiben Parvoviren in der Umgebung mindestens 6 Monate ansteckungsfähig.

2.2 Besonders gefährdete Hunde

Ist Parvovirose für Welpen gefährlich? Ja, denn ein Muttertier kann auch ungeborene Welpen infizieren. Neugeborene hingegen sind durch maternale Antikörper gut geschützt. Dieser Schutz vergeht jedoch nach einigen Wochen, während die eigene Immunität noch nicht aufgebaut wird. Deshalb sind insbesondere Welpen und Jungtiere gefährdet, sich mit Parvovirose anzustecken.

Auch erwachsene, gesunde Tiere können sich leicht infizieren wenn ihnen der nötige Impfschutz fehlt.

Einige Hunderassen wie Rottweiler, Dobermann Pinscher, Englische Springer Daniel und Deutsche Schäferhunde sind statistisch häufiger von dem schweren Magen-Darm-Infekt betroffen. Auch die Haltung in größeren Gruppen, wie z.B. Tierheim oder Tierzucht, bringt höhere Infektionsgefahr mit sich.

2.3 Ansteckung Mensch

Menschen können sich bei ihrem Hund nicht mit Parvovirose anstecken. Das Canine Parvovirus ist also für Menschen vollkommen ungefährlich.

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3. Symptome bei einer Parvovirose

Mit der Ansiedlung und Vermehrung der Parvoviren in den Darmkrypten kann ein Hund bereits 3 Tage nach der Infektion ansteckend sein, allerdings noch keine Symptome zeigen. Nach 7 - 14 Tagen zeigen sich jedoch meist Symptome. Eine Erkrankung mit Parvovirose verläuft meist akut und zeigt häufig Symptome wie Fieber, Erbrechen und Durchfall. In seltenen Fällen treten aber auch perakute Verläufe auf, bei denen das Tier ganz ohne Krankheitssymptome verstirbt.

Durch den hochgradigen Flüssigkeits- und Elektrolytverlust und die Futterverweigerung ist ein häufiges Symptom bei Parvovirose, dass Kreislaufprobleme auftreten. Die Infektion und der Blutverlust bei Blut im Stuhl schwächen das Immunsystem. Durch die durch Zerstörung der Darm-Blut-Barriere sind Blutvergiftungen möglich.

3.1 Bei diesen Symptomen zum Tierarzt

Wenn dein Hund mehrere der folgenden Symptome zeigt, solltest du so schnell wie möglich einen Tierarzt rufen:

  • Appetitlosigkeit

  • Apathie

  • Fieber

  • Erbrechen

  • Durchfall, teilweise blutig

4. Verlauf von Parvovirose

Die meisten Probleme machen ja die Endotoxine und die Zerstörung des Darmepithels mit Resorptionsstörungen

5. Diagnose von Parvovirose

Durchfall und Erbrechen können auf verschiedene Krankheiten hinweisen. Anhand des Krankheitsverlaufes und Vorberichts wird der Tierarzt die Krankheit allerdings meist erkennen. Durch die allgemeine Untersuchung des Hundes (Alter, Herkunft, Impfstatus, usw.) sowie der vorliegenden Symptome wird Parvovirose diagnostiziert. Weiterhin erfolgt der Virusnachweis durch Blutuntersuchung und Kotuntersuchung.

6. Behandlung von Parvovirose

Bei Jungtieren gibt es oft dramatische Verläufe. In diesen Fällen ist normalerweise neben symptomatische Behandlung ein stationärer Klinikaufenthalt unvermeidbar.

Gerade wenn dein Hund noch jung ist, oder keinen Impfschutz hat, solltest du schnell reagieren! Denn besonders wichtig für eine effektive Behandlung ist die frühzeitige intravenöse Ernährung und Flüssigkeitsversorgung, wenn die Tiere die Nahrungsaufnahme verweigern und dauerhaft Flüssigkeit verlieren.

Leider gibt es kein bestimmtes, wirksames Medikament gegen Parvoviren. Deshalb wird der Tierarzt Breitspektrum-Antibiotika geben, um die Ausbreitung von Bakterien zu verhindern. Medikamente gegen Erbrechen und Mittel zur Stärkung des Immunsystems gehören auch zur Therapie. Wenn an der geschädigten Darmwand Ödeme und/oder Flüssigkeitsergüsse auftreten, können chirurgische Eingriffe nötig sein. Eine gefährliche Komplikation ist auch die Blutvergiftung.

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Wie du deinem Hund helfen kannst

Unterstützend kannst du weitere Maßnahmen ergreifen:

  • Den Hund warm einpacken und bei niedriger Körpertemperatur mit Heizdecken wärmen.

  • Vermeidung von Stress!

  • Nach der Therapie solltest du deinem Hund Schonkost verabreichen. Unsere Tierärzte geben dir dafür gerne Rezepte.

7. Ist Parvovirose beim Hund heilbar?

Abhängig von Alter, Rasse, Herkunft, Immunstatus und Begleitinfektionen durch z.B. Canine Coronaviren sowie Haltungsbedingungen ist die Prognose bei einer Infektion mit Parvoviren sehr unterschiedlich.

Entscheidend für die Heilungschancen ist ob, wie schnell und wie das Tier behandelt wird. Bei stationärer Therapie beträgt die Heilungschance bei Parvovirose durchschnittlich 90%, während ohne Behandlung nur 10% der Hunde die Erkrankung überleben.

Als Spätfolge von Parvovirose kann eine Herzschädigung bestehen bleiben. Weitere Spätfolgen können alle möglichen Verdauungsprobleme (IBD, Reizdarmsyndrome, etc.) sein.

8. Prävention: Schutz gegen Parvoviren beim Hund

Parvoviren sind weltweit verbreitet und sehr widerstandsfähig. Zum Glück gibt es einen wirksamen Schutz gegen die Viren: Die Impfung. Die ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfiehlt die Parvovirose-Impfung im Zuge der Grundimmunisierung für Hunde. Dies ist auch der einzig wirksame Schutz und daher sehr wichtig für deinen Hund.

Aktuell wird empfohlen, im Alter von 8, 12 und 16 Lebenswochen eine Grundimmunisierung vorzunehmen und diese im Alter von 15 Monaten zu wiederholen. Alle 3 Jahre ist eine Auffrischung der Impfung gegen Parvovirose erforderlich.

9. Fazit von unserer Tierärztin

Am sichersten gegen Parvovirose hilft die Vorbeugung durch eine Impfung

Die allermeisten Magen-Darm-Infekte können wir zu Hause gut behandeln. Aber gerade bei Welpen kann Parvovirose sehr gefährlich sein. Deshalb kann es passieren, dass wir dich im Termin bitten müssen, mit deinem Tier umgehend eine Klinik aufzusuchen.

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